Riesige Kaimane könnten vor 13 Millionen Jahren die wichtigsten Raubtiere Südamerikas gewesen sein
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Vor etwa 13 Millionen Jahren war der Norden Südamerikas eine Welt der Riesen. An den Ufern riesiger Gewässer streiften massive Pflanzenfresser, „schreckliche Vögel“ und säbelzahnbewaffnete Raubtiere umher, während sich im Wasser riesige Verwandte der heutigen Kaimane versteckten. Eine neue Untersuchung fossiler Knochen hat gezeigt: Gerade die Krokodile könnten zu den wichtigsten Raubtieren dieses Ökosystems gehört haben. Ein Hinweis darauf waren die auf den Knochen großer Säugetiere erhalten gebliebenen Zahnabdrücke.
Paläontologen untersuchten etwa 10,5 bis 16 Millionen Jahre alte Fossilien, die in Kolumbien gefunden wurden und heute in Museumssammlungen aufbewahrt werden.
Besonderes Augenmerk legten sie auf die Beschädigungen an den Knochen der urzeitlichen Huftiere – Spuren von Bisswunden und den Zähnen von Raubtieren.
Solche Spuren sind für Paläontologen besonders wertvoll. Die Tatsache, dass die Überreste zweier Arten nebeneinander gefunden wurden, bedeutet noch nicht, dass die eine Art die andere gejagt hat. Zahnspuren an Knochen liefern jedoch einen direkten Beweis dafür, dass zwischen den Tieren tatsächlich eine Nahrungsbeziehung bestand.
Die Analyse ergab, dass ein Großteil der Schäden auf Bisse großer Krokodile zurückzuführen ist.
Details
Einer der beeindruckendsten Bewohner dieser Ökosysteme war der Purussaurus neivensis – ein großer Verwandter der heutigen Kaimane.
Nach Schätzungen der Autoren der Studie konnten einzelne Exemplare eine Länge von etwa 7 Metern erreichen und rund 1,8 Tonnen wiegen. Die Rekonstruktion der Größe ausgestorbener Tiere hängt jedoch von der verwendeten Methodik ab, weshalb solche Zahlen als ungefähre Angaben zu betrachten sind.
Der Purussaurus verfügte über einen massiven Kopf und kräftige Kiefer, die es ihm ermöglichten, auch sehr große Beutetiere zu bewältigen.
Die Häufigkeit der Fußabdrücke, die die Forscher diesem Raubtier zuordnen, deutet darauf hin, dass er eine außerordentlich wichtige Rolle im Nahrungsnetz eingenommen haben könnte.
Das Südamerika des Miozäns unterschied sich stark vom heutigen.
An den Ufern der Gewässer lebten riesige Landfaultiere, Glyptodonten – gepanzerte Verwandte der Armadillos – sowie ungewöhnliche Huftiere wie Astrapotherien und Toxodonten. Einige von ihnen wogen mehr als eine Tonne.
Auch an Raubtieren mangelte es nicht. Hier gab es riesige Schlangen, säbelzahnige Säugetiere, flugunfähige Raubvögel – die sogenannten „schrecklichen Vögel“ – sowie Sebecidae, die landlebenden Verwandten der Krokodile.
Die Forscher gehen jedoch davon aus, dass die reinen Raubtiere allein nicht ausreichten, um die gesamte verfügbare Masse an Großbeute zu verwerten. Einen erheblichen Teil dieser ökologischen Nische könnten Krokodile eingenommen haben.
Hier gibt es jedoch eine wichtige Einschränkung.
Die Beschädigungen am Knochen zeigen zwar, dass ein Krokodil mit dem Tierkadaver in Kontakt kam, lassen jedoch nicht immer den Schluss zu, dass es das Tier selbst getötet hat.
Das Raubtier könnte eine lebende Beute angegriffen haben oder sich von einem bereits verendeten Tier ernährt haben. Daher ist es korrekter zu sagen, dass Riesenkaimane große Säugetiere aktiv als Nahrungsquelle nutzten, anstatt zu behaupten, dass jede gefundene Spur ein Beweis für eine erfolgreiche Jagd sei.
Dennoch lässt die hohe Häufigkeit solcher Spuren die Autoren darauf schließen, dass Krokodile unter den großen Raubtieren des Ökosystems eine bedeutende Rolle spielten.
Wenn die riesigen Kaimane regelmäßig große Tiere jagten, könnte ihr Einfluss weit über einzelne Angriffsvorfälle hinausgegangen sein.
In heutigen Ökosystemen können große Raubtiere die Bestandsgröße ihrer Beute, deren Verhalten und sogar die Struktur ganzer Lebensgemeinschaften beeinflussen.
Die Autoren gehen davon aus, dass Purussaurus und andere Krokodile vor Millionen von Jahren im tropischen Südamerika eine ähnliche Rolle gespielt haben könnten.
Die Studie bezieht sich jedoch in erster Linie auf die spezifische fossile Fauna des mittleren Miozäns in Kolumbien. Daher wäre es verfrüht, die Schlussfolgerung ohne zusätzliche Daten auf den gesamten südamerikanischen Kontinent zu übertragen.
Warum dies wichtig ist
In der Regel lassen sich alte Nahrungsketten nur indirekt rekonstruieren – anhand der Größe der Tiere, der Zahnstruktur und der Frage, welche Arten gleichzeitig existierten.
Bissspuren ermöglichen es, einen Schritt weiter zu gehen und die tatsächlichen Wechselwirkungen zwischen Raubtier und Beute zu erkennen.
Die neue Studie zeigt, dass Krokodile in den miozänen Ökosystemen des nördlichen Südamerikas nicht bloß große Bewohner von Gewässern waren. Sie könnten eine der wichtigsten Raubtier-Nischen besetzt haben und mit den gefährlichsten Landraubtieren ihrer Zeit um große Beutetiere konkurriert haben.
Quelle
Studie:
Physikalische Belege für die Prädation von Krokodilen auf Huftiere im mittleren Miozän Kolumbiens.
Zeitschrift: Journal of Vertebrate Paleontology, 2026.
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Mykola Potyka verfügt über ein breites Spektrum an Kenntnissen und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Mykola schreibt auf interessante Weise über Dinge, die ihn interessieren.













