Wissenschaftler haben einen schwerwiegenden Fehler in den Prognosen zum Artensterben entdeckt
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Aktuelle Prognosen könnten das Risiko des Aussterbens von Tieren und Pflanzen infolge des Klimawandels unterschätzen. Zu diesem Schluss sind Wissenschaftler der Universität Potsdam gekommen.
Die Studie hat gezeigt, dass Arten, die aufgrund des Klimawandels umwandern müssen, möglicherweise wesentlich schneller zurückgehen, als dies in den bestehenden Modellen angenommen wird. Dies bedeutet, dass Naturschutzmaßnahmen möglicherweise zu spät eingeleitet werden.
Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Nature Ecology & Evolution“ veröffentlicht.
Wo liegt der Fehler?
Wenn sich das Klima verändert, sind viele Tiere und Pflanzen gezwungen, neue Lebensräume zu suchen. So wandern Arten beispielsweise allmählich nach Norden oder in höhere Lagen in den Bergen, wo geeignete Temperaturen und Feuchtigkeitsbedingungen erhalten bleiben.
Bislang gingen die gängigsten Modelle davon aus, dass die Populationsgröße in etwa proportional zum Rückgang des geeigneten Lebensraums abnimmt. Wenn die geeigneten Lebensräume um 10 % zurückgehen, sollte auch die Populationsgröße um etwa denselben Prozentsatz abnehmen.
Eine neue Studie hat jedoch gezeigt, dass es bei wandernden Arten ganz anders ablaufen kann.
Selbst geringfügige Veränderungen können entscheidend sein
Die Forscher erstellten Computermodelle „virtueller Arten“ mit unterschiedlichen Fortpflanzungsraten sowie der Fähigkeit, sich auszubreiten und an neue Bedingungen anzupassen.
Es stellte sich heraus, dass selbst ein geringer Verlust an geeigneten Lebensräumen zu einem drastischen Rückgang der Population führen kann, sofern der gewohnte Lebensraum nicht vollständig verschwindet, sondern sich lediglich verlagert.
Mit anderen Worten: Die Tiere könnten es schlichtweg nicht schaffen, mit dem Klimawandel Schritt zu halten.
Warum dies wichtig ist
Heute wendet die Internationale Union für Naturschutz (IUCN) spezielle Kriterien an, um das Aussterberisiko von Arten zu bewerten und das Rote Buch zu erstellen.
Die Autoren der Studie sind der Ansicht, dass die bestehenden Regeln möglicherweise zu konservativ sind. Aus diesem Grund erhalten viele Arten erst dann einen hohen Gefährdungsstatus, wenn ihre Bestände bereits stark geschrumpft sind.
Nach Ansicht der Wissenschaftler müssen die Bewertungsmethoden aktualisiert werden, um die am stärksten gefährdeten Arten früher zu identifizieren und rechtzeitig Maßnahmen zu ihrem Schutz ergreifen zu können.
Das bedeutet nicht, dass das Rote Buch falsch liegt
Die Forscher betonen, dass sie keine realen Tierpopulationen untersucht haben.
Stattdessen haben sie anhand von Computermodellen überprüft, wie gut die bestehenden Methoden das Aussterberisiko von Arten unter den Bedingungen des Klimawandels vorhersagen können.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Bewertungsmethoden selbst verbesserungsbedürftig sind, insbesondere für Arten, die aufgrund der globalen Erwärmung gezwungen sind, ihr Verbreitungsgebiet zu verlagern.
Warum dies wichtig ist
Im Zuge des Klimawandels werden immer mehr Tiere und Pflanzen gezwungen sein, auf der Suche nach geeigneten Lebensbedingungen umzusiedeln.
Wird das Risiko ihres Aussterbens systematisch unterschätzt, könnten Naturschutzprogramme zu spät anlaufen – zu einem Zeitpunkt, an dem die Rettung der Populationen bereits deutlich schwieriger ist.
Hintergrund
Die Rote Liste der Internationalen Union für Naturschutz (IUCN Red List) ist die weltweit wichtigste Informationsquelle über den Grad der Gefährdung von Tieren, Pflanzen und Pilzen. Sie wird von Regierungen, Wissenschaftlern und Naturschutzorganisationen bei der Entwicklung von Programmen zum Erhalt der Artenvielfalt herangezogen.
In den letzten Jahren wurden den Bewertungskriterien Empfehlungen zur Berücksichtigung der Folgen des Klimawandels hinzugefügt. Eine neue Studie zeigt, dass diese Ansätze möglicherweise einer weiteren Überarbeitung bedürfen.
Quelle
Raya Keuth et al. Models used for Red List assessments underestimate climate-related extinction risk of range-shifting species. Nature Ecology & Evolution (2026).
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Mykola Potyka verfügt über ein breites Spektrum an Kenntnissen und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Mykola schreibt auf interessante Weise über Dinge, die ihn interessieren.












