ein 2.200 Jahre altes römisches Schiff zeigt, wie Schiffe während langer Fahrten geflickt wurden
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Archäologen haben entdeckt, dass ein römisches Schiff, das vor etwa 2.200 Jahren vor der Küste des heutigen Kroatiens gesunken ist, Spuren von mehreren Reparaturen aufweist. Das ist wichtig, denn solche Funde lassen uns selten nicht nur den Zeitpunkt des Wracks erkennen, sondern auch, wie antike Schiffe während langer Seereisen gewartet wurden.
Es geht um das Schiffswrack Ilovik-Paržine 1, das im Jahr 2016 vor der Insel Ilovik in der Adria entdeckt wurde. Vorläufigen Untersuchungen zufolge handelte es sich um ein römisch-republikanisches Handelsschiff von etwa 20-22 Metern Länge, das in Zapfenschneidertechnik gebaut wurde und Weinamphoren und Holz transportierte. Seine letzte Reise wird dem 2. Jahrhundert v. Chr. zugeschrieben, etwa 170-130/120 v. Chr.
Details
In der neuen Studie konzentrierten sich die Wissenschaftler nicht auf die Ladung oder den Rumpf, sondern auf den Schutzanstrich des Schiffes - das Material, mit dem das Schiff beschichtet war, damit es nicht ausläuft, nicht verrottet und weniger von Meerwasser und Schädlingsorganismen angegriffen wird. Die Autoren betonen, dass solche organischen Materialien lange Zeit weitgehend unerforscht waren, obwohl sie für die Seefahrt entscheidend waren.
Die Analysen von zehn Proben zeigten, dass die Beschichtung auf Weichholzharz - Kiefernteer oder Pech - basierte. Aber eine der Proben war anders: Sie enthielt eine Mischung aus Teer und Bienenwachs. Die Forscher führen es auf eine antike Mischung zurück, die als Zopissa bekannt ist und in der Antike verwendet wurde, um Anstriche flexibler zu machen und leichter aufzutragen.
Das Interessanteste daran ist, dass sich die Beschichtung als heterogen herausstellte. Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass das Schiff mindestens vier oder fünf verschiedene "Chargen" der Schutzschicht aufwies. Das Heck und der mittlere Teil waren mit einem Material bedeckt, während im Bugbereich mehrere Schichten unterschiedlich waren. Dies war das Hauptargument dafür, dass das Schiff mehrmals repariert worden war, wahrscheinlich zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten im Mittelmeer.
Einen zusätzlichen Hinweis lieferten die im Teer eingeschlossenen Pollen. Er deutet auf verschiedene Landschaftstypen hin, von mediterranem Küstendickicht und Pinienwäldern bis hin zu feuchteren Küstenzonen und sogar bergigen Gebieten der nordöstlichen Adria. Die Autoren glauben, dass ein Teil der Anstriche in der Gegend um Brundisium, dem heutigen Brindisi in Italien, aufgetragen worden sein könnte und ein Teil bereits an der nordöstlichen Adriaküste, näher an der Stelle, an der das Schiff schließlich sank, aufgetragen worden sein könnte.
Warum das wichtig ist
Diese Arbeit zeigt, dass antike Schiffe keine "Wegwerfschiffe" für eine einzige Reise waren. Sie wurden repariert, neu geschmiert und an neue Abschnitte der Reise angepasst. Das heißt, das Schiff kann nicht nur als Transportmittel gelesen werden, sondern auch als Dokument der maritimen Logistik, der Wartung und der Technologien für die Langstreckennavigation in der römischen Ära.
Darüber hinaus zeigt die Studie, dass selbst kleine Spuren wie Teer und Pollen uns etwas über Routen, Reparaturstellen und lokale Schiffbautraditionen in der Adria verraten können. Die Autoren weisen ausdrücklich darauf hin, dass es ohne solche Analysen fast unmöglich wäre, diese "Reparaturgeschichte" zu erkennen.
Hintergrund
Frühere Studien hatten das Schiff bereits durch die Zusammensetzung des Ballasts mit dem Gebiet von Brundisium in Verbindung gebracht, und die neue Studie fügt diesem Bild Daten über Schutzanstriche hinzu. Zusammen zeigen sie, dass die Ilovik-Paržine 1 kein lokal begrenztes Schiff war, sondern an einer größeren maritimen Bewegung über die Adria teilnahm.
Quelle
Die Studie wird in Frontiers in Materials 2026 unter dem Titel Adhesive coatings in naval archaeology: molecular and palynological investigations on materials from the Roman Republican wreck Ilovik-Paržine 1 (Croatia) veröffentlicht.
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Unabhängiger Forscher, der sich für Archäologie und sakrale Geografie interessiert. Er erforscht diese Themen und schreibt über sie.












