Nordisches Gehen trug dazu bei, die Symptome einer Depression zu lindern

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Nordisches Gehen hat Menschen mit Depressionen innerhalb von fünf Wochen geholfen
Nordisches Gehen unter fachlicher Anleitung führte zu einer deutlich stärkeren Linderung der Depressionssymptome als in der Kontrollgruppe ohne körperliche Aktivität. Bildnachweis: Roman Biernacki für Pexels.
23:00, 22.06.2026

Nordic Walking ist mehr als nur ein Spaziergang mit Stöcken. Bei dieser Bewegungsform werden nicht nur die Beine, sondern auch die Arme, die Schultern und der Rücken beansprucht, sodass aus dem gewöhnlichen Gehen ein intensiveres Ausdauertraining wird.



Eine neue Studie hat gezeigt: Bei Erwachsenen mit mittelschweren und schweren Depressionssymptomen führten kontrollierte Nordic-Walking-Einheiten bereits nach fünf Wochen zu einer deutlichen Verbesserung.

Die Studie wurde im „Journal of Affective Disorders“ veröffentlicht.

Details

An der Studie nahmen 64 Erwachsene mit mittelschweren oder schweren Depressionssymptomen teil. Sie wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt: 48 Personen wurden der Nordic-Walking-Gruppe zugeordnet, weitere 16 der inaktiven Kontrollgruppe.

Das Programm dauerte 10 Wochen. Die Teilnehmer der Nordic-Walking-Gruppe trainierten zweimal wöchentlich jeweils eine Stunde unter Anleitung eines Trainers. Die Intensität war moderat – etwa 65–75 % der maximalen Herzfrequenz.

Die Depressionssymptome wurden dreimal bewertet: vor Beginn des Programms, nach fünf Wochen und nach zehn Wochen. Dazu wurde das Beck-Depressions-Inventar-II verwendet – ein weit verbreiteter Fragebogen zur Beurteilung des Ausmaßes depressiver Symptome.

Was die Wissenschaftler herausfanden

In der Gruppe mit nordischem Gehen gingen die Depressionssymptome stärker zurück als bei den Teilnehmern der Kontrollgruppe. Die deutlichste Verbesserung zeigte sich in der ersten Hälfte des Programms – in den ersten fünf Wochen.

Besonders schnell zeigte sich eine Besserung bei den Teilnehmern, die zu Beginn der Studie schwerere Symptome aufwiesen. Den Autoren zufolge war gerade bei dieser Gruppe der Rückgang der Symptome in den ersten fünf Wochen ausgeprägter als bei Menschen mit einer mittelschweren Depression.

Zur Mitte des Programms hatte etwa die Hälfte der Teilnehmer der Nordic-Walking-Gruppe ein klinisches Ansprechen erreicht – das heißt, ihre Symptome hatten sich um mindestens 50 % verringert. In der Kontrollgruppe war ein solches Ergebnis bis zur fünften Woche nicht zu verzeichnen.

Warum dies funktionieren könnte

Körperliche Aktivität gilt seit langem als eine der Möglichkeiten zur Unterstützung bei Depressionen. Bewegung wirkt sich nicht nur auf Muskeln und Herz aus, sondern auch auf den Schlaf, das Energieniveau, Stress, das Gefühl der Selbstkontrolle und die Alltagsaktivitäten.

Nordic Walking kann eine praktische Sportart sein, da es weder ein Fitnessstudio noch besonders komplexe Ausrüstung erfordert. Man benötigt Stöcke, eine sichere Strecke und eine leicht verständliche Technik. Dabei ist die Belastung höher als bei einem gewöhnlichen Spaziergang, da der Oberkörper in die Bewegung einbezogen wird.

Ein wichtiger Aspekt der Studie ist jedoch, dass die Trainingseinheiten kontrolliert abliefen. Die Teilnehmer gingen nicht einfach „wie es gerade passte“: Sie trainierten mit einem Trainer, in einer vorgegebenen Intensität und nach einem regelmäßigen Zeitplan. Dies könnte das Ergebnis beeinflusst haben.

Warum dies wichtig ist

Bei einer Depression fällt es Betroffenen oft schwer, selbst mit einer einfachen Aktivität zu beginnen. Daher ist eine schnelle Wirkung von Bedeutung: Wenn eine Besserung nicht erst nach mehreren Monaten, sondern bereits nach wenigen Wochen eintritt, fällt es den Betroffenen möglicherweise leichter, das Programm fortzusetzen.

Die Autoren sind der Ansicht, dass solche Daten das Argument für leicht zugängliche öffentliche Bewegungsprogramme als Teil der Behandlung von Depressionen untermauern. Dies ist besonders wichtig für Menschen, denen es schwerfällt, mit intensivem Sport zu beginnen oder regelmäßig ins Fitnessstudio zu gehen.

Die Schlussfolgerung sollte jedoch nicht als Allheilmittel verstanden werden. Depressionen sind eine Erkrankung, und bei mittelschweren oder schweren Symptomen ist professionelle Hilfe erforderlich. Skandinavisches Gehen kann Teil eines Unterstützungsplans sein, stellt jedoch keinen eigenständigen Ersatz für eine medizinische Behandlung dar.

Hintergrund

Das nordische Gehen entstand in Finnland als Sommertraining für Skifahrer. Heute wird es als Gesundheitsaktivität für Menschen unterschiedlichen Alters genutzt.

Im Gegensatz zum gewöhnlichen Gehen stützt sich der Teilnehmer dabei mit speziellen Stöcken ab. Dies hilft dabei, Arme, Schultern und Rumpf einzubeziehen, den Energieverbrauch zu steigern und den Spaziergang eher zu einem Ganzkörpertraining zu machen.

Für Menschen mit Depressionen kann diese Form psychologisch leichter zu bewältigen sein als „Sport“ im klassischen Sinne. Es handelt sich weder um einen Wettkampf noch um einen Sprint noch um das Training im Fitnessstudio, sondern um eine regelmäßige, kontrollierte Aktivität im Freien.

Quelle

Studie: Clément Ginoux, Brendon Stubbs, Matthew P. Herring, Mohammad Farris Iman Leong Bin Abdullah, Fabien D. Legrand – „Early antidepressant effects of supervised Nordic walking in adults with moderate to severe depression: A randomized controlled trial“, Journal of Affective Disorders, 2026.

Mykola Potyka

Mykola Potyka verfügt über ein breites Spektrum an Kenntnissen und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Mykola schreibt auf interessante Weise über Dinge, die ihn interessieren.

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