Eine 15-jährige Katze entspricht in etwa einem Menschen im Alter von etwa 80 Jahren
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Eine 15-jährige Katze ist nicht einfach nur ein „älteres Haustier“. Nach einem neuen biologischen Modell entspricht sie in etwa einem Menschen im Alter von etwa 80 Jahren. Zu diesem Schluss kamen Wissenschaftler, nachdem sie Tausende von Daten zum Alterungsprozess von Katzen, Menschen und anderen Säugetieren verglichen hatten.
Die Kernthese der Studie: Hauskatzen können ein nützliches natürliches Modell für den Alterungsprozess sein. Sie leben in der Nähe von Menschen, erreichen ein hohes Alter und zeigen mit zunehmendem Alter Veränderungen im Gehirn, die denen des Menschen ähneln.
Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Biology Open“ veröffentlicht.
Das bedeutet nicht, dass das Gehirn einer Katze genau so altert wie das eines Menschen. Doch die Ähnlichkeiten sind deutlich genug, dass Wissenschaftler vorschlagen, ältere Katzen genauer zu untersuchen – unter anderem, um das gesunde Altern und altersbedingte Hirnerkrankungen besser zu verstehen.
Details
Die Forscher stützten sich auf 3.754 Beobachtungen, darunter MRT-Daten des Gehirns, Blutwerte, klinische Aufzeichnungen, altersbedingte Veränderungen und Entwicklungsstadien bei Katzen, Menschen und anderen Säugetieren. Sie haben das Alter nicht einfach nach der Formel „ein Katzenjahr entspricht mehreren Menschenjahren“ umgerechnet, sondern ein Modell auf der Grundlage messbarer biologischer Merkmale erstellt.
Von besonderer Bedeutung waren die Aufnahmen des Gehirns. Bei Katzen und Menschen lassen sich mit zunehmendem Alter ähnliche Prozesse beobachten: Das Gehirn verliert allmählich an Volumen, während sich die Ventrikel – mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume im Gehirn – vergrößern. Solche Veränderungen stehen häufig im Zusammenhang mit dem Altern und einem altersbedingten Rückgang der Gehirnfunktionen.
Nach diesem Modell ergab sich, dass die späten Lebensphasen von Katzen und Menschen miteinander verglichen werden können. Ein Beispiel aus der Studie: Ein 80-jähriger Mensch entspricht in etwa einer 15-jährigen Katze.
Warum Katzen das Interesse der Wissenschaftler geweckt haben
Viele Versuchstiere leben zu kurz oder altern nicht so wie der Mensch. Zudem werden Krankheiten bei ihnen oft künstlich hervorgerufen, um einen bestimmten Prozess zu untersuchen.
Bei Katzen ist die Situation anders. Hauskatzen altern auf natürliche Weise, leben in einer gewöhnlichen Umgebung, erkranken an altersbedingten Krankheiten und werden immer häufiger tierärztlich untersucht, unter anderem mittels MRT. Daher können sie Daten zum Alterungsprozess unter realen Bedingungen liefern und nicht nur im Labor.
Ein weiterer Vorteil ist die Lebenserwartung. Katzen leben deutlich kürzer als Menschen, sodass altersbedingte Veränderungen schneller verfolgt werden können. Gleichzeitig leben sie lange genug, um Stadien zu erreichen, die dem menschlichen Alter ähneln.
Was dies für den Menschen bedeuten könnte
Wenn Wissenschaftler besser verstehen, wie das Gehirn von Katzen altert, könnte dies dazu beitragen, den Alterungsprozess des menschlichen Gehirns zu erforschen. Von besonderem Interesse sind dabei Veränderungen im Zusammenhang mit Neurodegeneration, kognitivem Verfall und Alterserkrankungen.
Ein solcher Ansatz ist auch für die Tiere selbst von Nutzen. Wenn veterinärmedizinische und medizinische Datenbanken gemeinsam weiterentwickelt werden, könnte dies die Diagnose altersbedingter Erkrankungen bei Katzen verbessern und gleichzeitig mehr Erkenntnisse über den Alterungsprozess des Menschen liefern.
Warum dies keine gewöhnliche Tabelle zum „Katzenalter“ ist
In gängigen Tabellen heißt es oft: Ein Jahr einer Katze entspricht so und so vielen Menschenjahren, fünf Jahre entsprechen so und so vielen, 15 Jahre entsprechen so und so vielen. Doch solche Schemata sind zu grob.
Eine neue Studie zeigt, dass der Alterungsprozess nicht das ganze Leben über mit gleicher Geschwindigkeit verläuft. In verschiedenen Lebensphasen entwickelt sich der Organismus unterschiedlich und altert auf unterschiedliche Weise. Daher verglichen die Wissenschaftler keine Kalenderjahre, sondern reale biologische Merkmale: Gehirn, Blut, Entwicklung und altersbedingte Veränderungen.
Genau aus diesem Grund ist die Aussage „Eine 15-jährige Katze entspricht in etwa einem 80-jährigen Menschen“ keine einfache Rechenaufgabe, sondern das Ergebnis eines biologischen Vergleichs.
Quelle
Studie: Capucine Januel und Mitautoren, „Cat brains age like humans: Translating Time shows pet cats live to be natural models for human aging“, Biology Open, 2026.
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Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.













