Die Biologie des Alterns bei Hunden und Menschen hat sich als überraschend ähnlich erwiesen
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Wissenschaftler des „Dog Aging Project“ haben herausgefunden, dass dieselben molekularen Signale, die beim Menschen mit einem frühen oder späten Tod in Verbindung stehen, auch bei Hunden eine ähnliche Rolle spielen. Das bedeutet, dass diese beiden völlig unterschiedlichen Arten etwas Grundlegendes in der Biologie des Alterns gemeinsam haben.
Die Ergebnisse wurden in den „Journals of Gerontology“ veröffentlicht.
Die Forscher analysierten Tausende von Metaboliten – kleine Moleküle, die im Körper im Rahmen normaler zellulärer Prozesse entstehen – und verglichen die bei Hunden festgestellten Muster mit den Daten aus fünf großen Studien zur Sterblichkeit beim Menschen. Die Übereinstimmung erwies sich als verblüffend.
Details
Im Mittelpunkt der Studie stehen Metaboliten: kleine chemische Substanzen, die unser Körper ständig produziert. Sie spiegeln wider, was auf zellulärer Ebene vor sich geht – Entzündungen, Stoffwechselvorgänge, Stressreaktionen. Durch die Untersuchung ihrer Muster können Wissenschaftler nach Zusammenhängen mit langfristigen Folgen suchen, darunter auch dem Tod.
Das Team des Dog Aging Project entnahm Blutproben von Hunden, die an einer groß angelegten Langzeitstudie teilnehmen, in der die Besitzer regelmäßig biologisches Material ihrer Haustiere abgeben und detaillierte Fragebögen zu deren Lebensweise ausfüllen. Die Forscher analysierten Tausende von Metaboliten gleichzeitig, um nicht einzelne Moleküle, sondern ganze Muster zu identifizieren – eine Art molekularen „Fingerabdruck“, wie die Wissenschaftler es selbst nennen.
„Wir betrachten oft eine Gruppe von Molekülen, die mit besseren oder schlechteren Ergebnissen in Verbindung steht, und nicht nur ein einzelnes“, erklärte Dr. Kate Crivi, leitende Veterinärwissenschaftlerin des Projekts und Professorin an der Texas A&M University.
Als entscheidendes Ergebnis wurde der Tod gewählt – und das nicht zufällig.
„Der Tod lässt sich leicht feststellen“, sagt Crivi. „Andere Anzeichen des Alterns sind dagegen weitaus diffuser.“
Ausgehend von diesem eindeutigen Ereignis können die Forscher rückwärts vorgehen – zu den biologischen Prozessen, die ihm vorausgingen.
Anschließend wurden die bei Hunden festgestellten Muster mit den Daten aus fünf großen Studien zur Sterblichkeit beim Menschen verglichen, die einen ähnlichen metabolomischen Ansatz verfolgten. Die Moleküle, die mit einem frühen Tod bei Hunden in Verbindung standen, stimmten mit denen überein, die einen frühen Tod bei Menschen vorhersagten. Das Gleiche gilt für die schützenden Marker.
Warum dies wichtig ist
Hunde werden seit langem in der medizinischen Forschung eingesetzt, jedoch in der Regel als Versuchstiere unter Laborbedingungen. Das Dog Aging Project ist anders aufgebaut: Es umfasst Tausende von Haushunden, die ein normales Leben an der Seite ihrer Besitzer führen. Sie atmen dieselbe Luft, ernähren sich ähnlich und bewegen sich im gleichen Rhythmus. Dies macht sie zu einem besonders wertvollen Modell, um zu untersuchen, wie sich der Lebensstil auf die Lebenserwartung auswirkt.
Ein weiteres Argument für Hunde als Forschungsobjekt ist ihre kurze Lebensdauer. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Hundes beträgt 12–13 Jahre, gegenüber 70+ Jahren beim Menschen. Das bedeutet, dass Wissenschaftler den gesamten Alterungsprozess über Jahre hinweg beobachten können, statt über Jahrzehnte – und dieses Wissen anschließend auf den Menschen übertragen können.
Die Übereinstimmung der molekularen Muster in mehreren unabhängigen Studien stärkt das Vertrauen in die Ergebnisse. Es handelt sich nicht um ein Einzelfall-Ergebnis – es ist ein reproduzierbares Muster.
„Moleküle, die für Hunde gefährlich sind oder sie vor einem frühen Tod schützen, ähneln stark denen, die beim Menschen wirken“, sagt Crivi. „Dies zeigt, dass wir wichtige Merkmale der Biologie des Alterns gemeinsam haben.“
Hintergrund
Die Erforschung des Alterns ist einer der sich am dynamischsten entwickelnden Bereiche der Biomedizin. Forscher suchen seit langem nach Biomarkern, mit denen sich Gesundheit und Lebenserwartung vorhersagen lassen, bevor sich eine Krankheit entwickelt hat. Die Metabolomik – die gleichzeitige Analyse Tausender von Molekülen – ist zu einem der wichtigsten Instrumente in dieser Arbeit geworden.
Bislang wurden die meisten Studien zur Langlebigkeit entweder an Menschen (langwierig und kostspielig) oder an Labortieren wie Mäusen (schnell, aber weit entfernt vom realen Leben) durchgeführt. Hunde nehmen eine einzigartige Zwischenposition ein: Sie leben in unserer Nähe, sind ähnlichen Umweltfaktoren ausgesetzt und altern dabei deutlich schneller.
Das Dog Aging Project ist eines der weltweit größten Projekte zur Erforschung des Alterns bei Tieren. Es vereint Zehntausende von Hunden und ihre Besitzer in den gesamten Vereinigten Staaten. Die neue Studie ist eines der ersten Ergebnisse, das zeigt, wie stark sich die Biologie des Alterns bei Menschen und Hunden überschneiden kann.
Quelle
Benjamin R. Harrison et al., Dogs and humans share biomarkers of mortality, The Journals of Gerontology, Series A: Biological Sciences and Medical Sciences (2025).
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Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.













