Ein fast 100 Millionen Jahre altes Glühwürmchen wurde in Bernstein gefunden
- Startseite
- Wissenschaft
- Ein fast 100 Millionen Jahre altes Glühwürmchen wurde in Bernstein gefunden


Glühwürmchen erleuchten die nächtlichen Wälder möglicherweise schon seit der Zeit der Dinosaurier. Wissenschaftler haben einen winzigen Käfer beschrieben, der in burmesischem Bernstein konserviert wurde und etwa 98-99 Millionen Jahre alt ist. Das Besondere an dem Fund ist, dass das Insekt bereits ein Leuchtorgan besaß, das dem der modernen Glühwürmchen ähnelt.
Die Entdeckung hilft uns zu verstehen, wann diese Insekten ihr berühmtestes Merkmal entwickelten - die Fähigkeit, im Dunkeln zu leuchten.
Details
Die neue Art wurde Cretoluciola birmana genannt. Sie wurde in burmesischem Bernstein gefunden, der in der Mitte der Kreidezeit entstand, als die Dinosaurier noch auf der Erde lebten.
Das Insekt war sehr klein - nur ein paar Millimeter lang. Aber es war so gut erhalten, dass die Forscher wichtige Details seiner Struktur erkennen konnten: große Augen, Fühler, Bauchsegmente und ein Lichtorgan.
Das Lichtorgan war der Schlüssel zu dieser Entdeckung. Bei dem gefundenen Männchen war es zweiteilig - wie bei vielen modernen Glühwürmchen aus der Gruppe der Luciolinae. Dies deutet darauf hin, dass das Lumineszenzsystem in diesen Insekten bereits vor fast 100 Millionen Jahren gut entwickelt war.
Um die Ergebnisse zu überprüfen, verglichen die Wissenschaftler den alten Käfer mit modernen Glühwürmchen. Sie untersuchten mehr als 400 Merkmale des Körperbaus und nutzten Daten über heute lebende Arten. Daraus schlossen die Forscher, dass es sich um einen echten Vertreter des Glühwürmchenstamms handelt und nicht nur um einen ähnlichen Käfer.
Warum das wichtig ist
Die frühe Geschichte der Glühwürmchen war lange Zeit unklar. Ähnliche Insekten wurden schon früher in Bernstein gefunden, aber es war nicht immer klar, ob sie tatsächlich zu den echten Glühwürmchen gehörten.
Die neue Entdeckung liefert zuverlässigere Beweise: Glühwürmchen mit entwickelten Leuchtorganen gab es bereits im Zeitalter der Dinosaurier.
Moderne Glühwürmchen nutzen das Licht, um zu kommunizieren, Partner anzulocken und sich möglicherweise gegen Raubtiere zu verteidigen. Die Wissenschaftler können nicht genau sagen, wie Cretoluciola birmana leuchtete oder ob es auf die gleiche Weise blinzelte wie die modernen Arten. Aber seine Anatomie zeigt, dass das "Lichtsystem" selbst bereits ausgebildet war.
Das bedeutet, dass die Biolumineszenz bei Glühwürmchen schon vor sehr langer Zeit auftrat und sich als eine so erfolgreiche evolutionäre Entscheidung erwies, dass sie über Dutzende von Millionen von Jahren erhalten blieb.
Hintergrund
Bernstein wird oft als die Zeitkapsel der Natur bezeichnet. Das Harz alter Bäume konnte kleine Insekten schnell einfangen und sie mit erstaunlicher Genauigkeit konservieren: mit Beinen, Fühlern, Augen und anderen feinen Details.
Für die Erforschung alter Insekten sind solche Funde besonders wichtig. Gewöhnliche Fossilien bewahren nur selten solch feine Strukturen, und Bernstein ermöglicht es uns, den Organismus fast so zu sehen, wie er war, als er noch lebte.
Im Fall des alten Glühwürmchens half uns diese Erhaltung, das Wichtigste zu sehen - das Glühorgan, das den Fund mit modernen Glühwürmchen verbindet.
Quelle
Eine Studie von Shuailong Yuan und Co-Autoren A true Luciolinae fossil from the mid-Cretaceous Burmese amber provides new insights into the early evolution of fireflies (Coleoptera: Lampyridae) published in Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences in 2026. Die Wissenschaftler beschrieben eine neue Art von Cretoluciola birmana aus burmesischem Bernstein mit einem Alter von etwa 98-99 Millionen Jahren und zeigten, dass Vertreter der Luciolinae-Linie bereits in der Mitte der Kreidezeit Leuchtorgane hatten.
- Wissenschaftler haben herausgefunden, wie im 17. Jahrhundert Haubengänse gezüchtet wurden
- Wissenschaftler haben herausgefunden, warum der eine Bruder in einem prächtigen Grab beigesetzt wurde, der andere hingegen am Rande des Friedhofs
- Wissenschaftler haben herausgefunden, warum die Inkas Kinder opferten
- Archäologen haben einen uralten Fluch mit den Namen von Feinden und Dämonen entdeckt
- Archäologen haben einen Blick in die Müllhaufen und Senkgruben des alten Grönlands geworfen
- Ein mittelalterliches Badehaus in Marokko hütete tausend Jahre lang ein Geheimnis
Unabhängiger Forscher, der sich für Archäologie und sakrale Geografie interessiert. Er erforscht diese Themen und schreibt über sie.












