Emotionaler Missbrauch in der Kindheit untergräbt das Vertrauen in den eigenen Körper - Studie von deutschen Wissenschaftlern
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Forscher der Technischen Universität Dresden und der Freien Universität Berlin haben herausgefunden, dass emotionaler Missbrauch oder Vernachlässigung in der Kindheit das grundlegende Vertrauen in den eigenen Körper stören kann.
Diese Schlussfolgerung basiert auf einer Meta-Analyse von 17 wissenschaftlichen Studien mit 3.705 Teilnehmern. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Nature Mental Health veröffentlicht.
Dabei handelt es sich um die sogenannte Interozeption - die menschliche Fähigkeit, die internen Signale des Körpers wahrzunehmen und zu interpretieren: Herzschlag, Atmung, Magenfunktion. Diese Sensibilität steht in direktem Zusammenhang damit, wie wir Emotionen erleben, mit Stress umgehen und die Bedürfnisse unseres Körpers erkennen.
"Wir alle kennen den Ausdruck 'Herzklopfen vor Schreck'", sagen die Forscher. - Er veranschaulicht gut die Verbindung zwischen Emotionen und Körperempfindungen." Diesen Mechanismus untersuchte das Team um Professor Anna-Lena Zietloff (TU Dresden).
Die Wissenschaftler wollten herausfinden, ob sich Missbrauch in der Kindheit auf die Interozeption auswirkt - und wenn ja, welche Formen von Missbrauch am schädlichsten sind. In einer Meta-Analyse fanden sie heraus, dass die allgemeine Wahrnehmung von Körpersignalen nicht unbedingt beeinträchtigt wird. Das Vertrauen in den eigenen Körper ist jedoch stark beeinträchtigt.
"Unsere Ergebnisse zeigen: Menschen, die in ihrer Kindheit emotionalen Missbrauch oder Vernachlässigung erfahren haben, fühlen sich oft von ihrem eigenen Körper entfremdet und vertrauen ihm weniger", erklärt die Erstautorin der Studie, Julia Ditzer.
Dies kann schwerwiegende Folgen für die psychische Gesundheit haben - einschließlich Problemen bei der Emotionsregulierung, der Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse und der Anpassung an Stress, sagt sie.
Die Wissenschaftler glauben, dass dieser Mechanismus zum Teil das erhöhte Risiko für die Entwicklung von Störungen wie Angstzuständen, Depressionen und Essstörungen bei Menschen mit traumatischen Kindheitserfahrungen erklären könnte.
Wie die Mitautorin der Studie, Dr. Ilka Böhm, betont, besteht das Problem darin, dass "emotionale Formen des Missbrauchs immer noch viel weniger Aufmerksamkeit erhalten als körperlicher oder sexueller Missbrauch. Sie sind schwerer zu erkennen - sie sind unsichtbar, aber nicht weniger zerstörerisch."
Professor Anna-Lena Citlov fügt hinzu:
"Wir hoffen, dass unsere Ergebnisse dazu beitragen werden, die Gesellschaft und Fachleute für die Bedeutung der emotionalen Betreuung von Kindern zu sensibilisieren. Beim Kinderschutz geht es nicht nur um physische Sicherheit, sondern auch um emotionale Sensibilität. Das Bedürfnis nach Liebe, Unterstützung und Akzeptanz sollte im Vordergrund stehen - sowohl in der Wissenschaft, der Prävention als auch in der Sozialpolitik."
Auf der Grundlage der Ergebnisse der Meta-Analyse hat das Team bereits eine neue Studie in Auftrag gegeben, die den Zusammenhang zwischen Gewalt in der Kindheit und der Interozeption bei Jugendlichen im Alter von 12-17 Jahren untersucht.
Die Studie ist Julia Ditzer et al, "A meta-analytic review of child maltreatment and interoception", Nature Mental Health, 2025. DOI: 10.1038/s44220-025-00456-w.
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Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.













