Gene für Fettleibigkeit sind in allen ethnischen Gruppen vorhanden - Studie

  1. Startseite
  2. Leben
  3. Gesunder lebensstil
  4. Gene für Fettleibigkeit sind in allen ethnischen Gruppen vorhanden - Studie
Gemeinsame Adipositas-Gene bei Millionen von Menschen auf der ganzen Welt gefunden
18:29, 31.10.2025

Adipositas ist nach wie vor ein globales Problem, von dem Millionen von Menschen weltweit betroffen sind und das das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und sozialer Isolation erhöht.



Der Lebensstil spielt zwar eine wichtige Rolle, aber auch die Genetik leistet einen bedeutenden Beitrag. Eine neue Studie von Wissenschaftlern der University of Pennsylvania hat 13 Gene identifiziert, die bei Menschen mit sechs verschiedenen ethnischen Hintergründen mit Fettleibigkeit in Verbindung stehen.

Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

An der Studie nahmen etwa 850.000 Erwachsene aus sechs kontinentalen Gruppen teil: Afrikaner, Amerikaner, Ostasiaten, Europäer, Menschen aus dem Nahen Osten und Südasiaten.

Von den 13 gefundenen Genen waren acht bereits in früheren Studien erwähnt worden, darunter die bekannten MC4R und BSN. Fünf Gene - YLPM1, RIF1, GIGYF1, SLC5A3 und GRM7 - werden jedoch zum ersten Mal mit Fettleibigkeit in Verbindung gebracht. Sie können das Risiko für schwere Fettleibigkeit um das Dreifache erhöhen, so die Analyse.

"Frühere Arbeiten haben sich hauptsächlich auf Bevölkerungen europäischer Abstammung konzentriert", sagt der Hauptautor der Studie, Doktorand Dipro Banerjee. - Das führt zu Verzerrungen und lässt Gene außer Acht, die in anderen Populationen häufiger vorkommen, aber auch bei Europäern klinisch wichtig sind."

Das Team analysierte Daten aus zwei Biobanken: mehr als 450.000 Teilnehmer aus der britischen Biobank und etwa 385.000 aus dem Programm All of Us der US National Institutes of Health, das eine größere ethnische Vielfalt anstrebt.

Besonderes Augenmerk legten die Wissenschaftler auf seltene Mutationen, die die Genfunktion stören. Diese Mutationen, so sagten sie, sind es, die am ehesten schwere Krankheiten verursachen. Es stellte sich heraus, dass die neu entdeckten Gene im Gehirn und im Fettgewebe exprimiert werden und mit einer Zunahme des Körperfettanteils verbunden sind.

Darüber hinaus ergab die Studie, dass viele dieser Gene einen Einfluss auf Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Herzinsuffizienz haben. Mithilfe der statistischen Methode der Mediatoranalyse fand das Team heraus, dass einige Gene das Risiko für diese Krankheiten sowohl direkt als auch über einen erhöhten Body Mass Index (BMI) erhöhen.

So erhöhten beispielsweise die Gene BSN, GIGYF1 und SLTM das Risiko für Typ-2-Diabetes sowohl direkt als auch indirekt über Fettleibigkeit. Der direkte Effekt war stärker.

Bei einigen der Teilnehmer analysierten die Forscher auch Plasmaproteine. Dies half bei der Identifizierung von fettleibigkeitsbedingten Veränderungen, die Ziele für zukünftige Medikamente oder Biomarker für die Wirksamkeit von Therapien sein könnten.

"Unsere Arbeit unterstreicht die Bedeutung von Cross-Analysen zwischen Populationen", sagte Professor Santhosh Girirajan. - Viele Gene, die bisher mit Fettleibigkeit in Verbindung gebracht wurden, zeigen nur bei Europäern einen signifikanten Zusammenhang. Aber wir haben neue Gene mit vergleichbaren Auswirkungen gefunden, die auch für andere Gruppen relevant sein könnten."

Die Wissenschaftler hoffen, dass solche Studien dazu beitragen werden, genauere und universellere Ansätze für die Behandlung von Fettleibigkeit zu entwickeln, die auf die spezifischen genetischen Merkmale der Patienten ausgerichtet sind.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

Nachrichten nach Themen

Populäre Nachrichten

Kriegsnachrichten