KI-Revolution: Wie neuronale Netzwerke das Überleben der traditionellen Medien bedrohen

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KI nimmt den traditionellen Medien die Leser weg: Wer wird gewinnen?
19:00, 04.08.2025

Generative neuronale Netzwerke wie ChatGPT verändern die Art und Weise, wie Menschen Informationen konsumieren, rapide und nehmen den traditionellen Nachrichtenseiten Traffic weg.



Dies führt zu einem erheblichen Rückgang der Werbeeinnahmen für Medienunternehmen, die ohnehin schon schwierige Zeiten durchleben, berichtet Techxplore.

"Die nächsten Jahre werden für ausnahmslos alle Verlage eine unglaubliche Herausforderung sein", warnt Matt Carolian, Vizepräsident für Forschung bei Boston Globe Media.

Er ist der Meinung, dass sich Verlage proaktiv anpassen müssen oder Gefahr laufen, unter dem Ansturm von KI-generierten Zusammenfassungen und Zusammenfassungen zu verschwinden.

Eine aktuelle Studie des Pew Research Center bestätigt die Befürchtungen von Medienexperten: Nutzer klicken viel seltener auf die Seiten der Primärquellen, wenn eine Suchmaschine ihnen vorab eine kurze, von KI generierte Antwort auf eine Anfrage gibt. Die Zahl der Klicks auf Links in Gegenwart solcher Antworten halbiert sich in etwa.

Für Medienunternehmen, die bereits um ihr Überleben kämpfen, ist dies ein schwerer Schlag: Der Datenverkehr wirkt sich nicht nur direkt auf die Werbeeinnahmen aus, sondern auch auf die Zahl der neuen Abonnements. John Wiebe, Professor an der Northeastern University in den Vereinigten Staaten, ist der Ansicht, dass diese Veränderungen das Internetumfeld bald radikal verändern werden.

Die Technologieriesen Google und Meta beschneiden seit langem die Medieneinnahmen aus der Werbung und zwingen die Verlage, auf ein bezahltes Abonnementmodell umzusteigen. Aber auch die Abonnements sind auf einen Zustrom neuer Nutzer angewiesen. Und Abonnements allein können, wie Wiebe betont, große Medienunternehmen nicht vollständig aufrechterhalten.

Einige Verlage, wie der Boston Globe, versuchen, sich anzupassen, indem sie neuronale Netzwerke zu ihrem Vorteil nutzen. Aber die Zahl der neuen Abonnenten, die durch KI gewonnen werden, ist immer noch verschwindend gering. Andere beliebte Tools, wie Perplexity, haben nur minimale Abonnentengewinne gebracht.

Als Reaktion auf diesen Trend ist eine neue Strategie - GEO ("generative neuronale Netzwerkoptimierung") - entstanden. Dabei geht es um die Erstellung klarer und hochwertiger Inhalte, die von KI-Systemen leicht zu analysieren sind. Hier stellt sich jedoch eine grundsätzliche Frage: Sollte es KI-Diensten überhaupt erlaubt sein, Medienmaterial frei zu nutzen?

Viele Verlage sind strikt gegen diesen Ansatz und verwehren den KI-Crawlern den Zugriff auf ihre Inhalte. Daniel Coffey vom Branchenverband News/Media Alliance ist der Meinung, dass KI-Unternehmen, wenn sie Medieninhalte nutzen wollen, einen fairen Marktpreis zahlen sollten.

Einige Medien haben bereits Partnerschaften mit großen Technologieunternehmen geschlossen. So hat beispielsweise die New York Times eine Vereinbarung mit Amazon unterzeichnet, Google arbeitet mit Associated Press zusammen und die französische Nachrichtenagentur AFP mit dem KI-Entwickler Mistral. Der Konflikt ist jedoch noch lange nicht ausgestanden: Gegen OpenAI und Microsoft wurden bereits viel beachtete Klagen eingereicht, die bekannteste davon von der New York Times.

Die Verlage stehen vor einer schwierigen Entscheidung: Wenn sie Inhalte für neuronale Netze sperren, schützen sie zwar ihre Rechte, berauben sich aber potenzieller Leser. Infolgedessen geben immer mehr Unternehmen den Zugang zu KI-Crawlern zurück, um ein Gleichgewicht zu finden.

Aber selbst das ist keine Garantie für Erfolg. Nach Angaben von OtterlyAI machen Medien nur 29% aller von ChatGPT zitierten Quellen aus. Zum Vergleich: Unternehmenswebsites machen 36% aus. Und während Google traditionell anerkannten Medien Vorrang einräumt, ist dies bei ChatGPT und ähnlichen Systemen oft nicht der Fall, was es für Verlage schwieriger macht.

Das Problem geht über die wirtschaftlichen Aspekte hinaus und berührt auch das Vertrauen des Publikums. Einem Bericht des Reuters Institute zufolge beziehen bereits etwa 15 Prozent der jungen Leute unter 25 Jahren ihre Nachrichten über generative neuronale Netzwerke. Angesichts der Schwierigkeit, die Quellen der Informationen aus solchen Systemen zu überprüfen, steigt das Risiko von Desorientierung und Fake News erheblich.

"Irgendjemand muss den Originaljournalismus machen. Ohne Originalmaterial haben die KI-Dienste einfach nichts zu analysieren", betont Karolian.

Google hat bereits begonnen, Partnerschaften mit den Medien einzugehen, vielleicht weil es die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit erkannt hat. Laut Professor Wiebe ist es jedoch unklar, ob sich die Verleger anpassen können, bevor die Folgen unumkehrbar werden.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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