Männer sind schlechter bei Arbeitslosigkeit als Frauen. Forscher haben herausgefunden, warum

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Wie Arbeitslose ihre Chancen sehen: Neue Studie zeigt Geschlechterunterschiede
08:30, 28.02.2025

Eine kürzlich von Wissenschaftlern der Universität Ostfinnland durchgeführte Studie hat gezeigt, dass Menschen, die lange Zeit (mindestens ein Jahr) arbeitslos waren, ihre "Chancen" deutlich schlechter bewerten als der Rest der Bevölkerung.



Fähigkeiten beziehen sich auf die Faktoren, die den Zugang einer Person zu einem erfüllten Leben bestimmen - Gesundheit, Wohlbefinden und andere wichtige Werte.

Details: Tiina Ahonen et al, Investigating the Capability Approach: How Long-Term Unemployed People in Finland Perceive Their Access to Commodities, Conversion Factors and Capabilities, Social Indicators Research (2025). DOI: 10.1007/s11205-025-03519-8

Geschlechtsspezifische Unterschiede

Forscher haben auch festgestellt, dass Männer, die sich in Langzeitarbeitslosigkeit befinden, ihre Fähigkeiten schlechter einschätzen als Frauen in der gleichen Situation. Sozialforschungsprofessor Timo Toikko unterstreicht die Bedeutung dieser Erkenntnis:

"Um effektiver helfen zu können, müssen wir die Eigenschaften von Männern und Frauen getrennt berücksichtigen. Dann können wir gezielte Maßnahmen entwickeln, die das Wohlbefinden unter Berücksichtigung der geschlechtsspezifischen Unterschiede verbessern.

Wie das 'Capability Package' aufgebaut ist

Die Forschung basiert auf dem "Capability-Ansatz", der von der Hypothese ausgeht, dass sich verfügbare Ressourcen (z.B. finanzielle Unterstützung) nur dann in echte Lebenschancen verwandeln können, wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind: soziale Beziehungen, ein günstiges Umfeld, zugängliche Dienstleistungen.

  1. Langzeitarbeitslosigkeit: Laut der Doktorandin Tiina Ahonen verfügen Menschen, die lange Zeit arbeitslos sind, oft nur über begrenzte Ressourcen und sind auf soziale Unterstützung angewiesen.
  2. Soziale und umweltbedingte Faktoren: Es ist das unmittelbare Umfeld (Familie, Freunde, Gemeinden), das es ermöglicht, verfügbare Mittel oder Leistungen in echte Chancen zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden "umzuwandeln".

Daten der Studie

  • Stichprobe: 511 langzeitarbeitslose Personen im Alter von 20-64 Jahren in Finnland. Die Daten wurden im Jahr 2016 im Rahmen des PROMEQ-Projekts (Inclusive Promotion of Health and Wellbeing) erhoben. Eine Stichprobe von 2.190 Personen, die die "allgemeine" finnische Bevölkerung repräsentiert, wurde zum Vergleich herangezogen.
  • METHODEN: Kreuztabellierung, konfirmatorische Faktorenanalyse und strukturelle Modellierung (SEM) zur Identifizierung von Beziehungen zwischen Ressourcen, Konversionsfaktoren und Leistungsergebnissen.

Ergebnisse und Empfehlungen

Die Forscher betonen, dass es Unterschiede darin gibt, wie Männer und Frauen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, ihre Lebenssituation wahrnehmen. Dies deutet auf die Notwendigkeit hin, die Beschäftigungspolitik flexibler zu gestalten und das Geschlecht bei der Gestaltung von Hilfsprogrammen zu berücksichtigen.

Professor Tomi Mäki-Opas betont, dass sich das staatliche System "derzeit zu sehr auf die Unterstützung von Arbeitslosen konzentriert, ohne ausreichend darauf zu achten, wie diese Menschen die Leistungen und sozialen Kontakte, die sie erhalten, in echte Chancen zur Verbesserung ihres Lebens und ihrer Gesundheit 'umwandeln' können".

Die Forscher sagen, dass die Ergebnisse darauf hindeuten, dass besser konzipierte Formen der Unterstützung - mit Schwerpunkt auf sozialen Kontakten und psychischer Gesundheit - dazu beitragen würden, den Lebensstandard und das Selbstwertgefühl von Langzeitarbeitslosen zu verbessern.

Olena Tkalich

Expertin für die Rechte von Frauen und Menschen mit Behinderungen, Mutterschaft im modernen Kontext, Reform der Gesundheitswesen, Bildung und Sozialfürsorge.

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