Mehrsprachigkeit hilft bei Autismus: Wissenschaftler lüften das Geheimnis zur Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten

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Polyglotte Kinder: Wie Mehrsprachigkeit das Denken stärkt und Autismus-Symptome reduziert
08:30, 09.01.2025

Eine neue Studie von Experten des UCLA Health's University of California Los Angeles Medical Centre hat herausgefunden, dass das Sprechen mehrerer Sprachen die kognitive Entwicklung fördert - und das gilt für Kinder mit und ohne Autismus.



Den Autoren zufolge geht es dabei nicht nur um allgemeine geistige Fähigkeiten: Kinder aus zweisprachigen Familien haben ein geringeres Maß an repetitivem Verhalten und bessere Fähigkeiten bei der Bewältigung alltäglicher Handlungen und Gedanken.

Quelle: Celia Romero et al, "Mehrsprachigkeit wirkt sich auf die Exekutivfunktion von Kindern und die Kernsymptome des Autismus aus", Autism Research (2024). DOI: 10.1002/aur.3260

Der Artikel wurde in der Zeitschrift Autism Research veröffentlicht und basiert auf einer Studie mit mehr als 100 Kindern im Alter von 7-12 Jahren mit oder ohne Diagnose einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS). Einige der Familien sprachen zu Hause nur eine Sprache, andere waren mehrsprachig (am häufigsten Spanisch und Englisch).

Die Eltern wurden gebeten, das Niveau der "exekutiven Funktionen" ihres Kindes zu bewerten, d.h. die Fähigkeit, zwischen verschiedenen Aktivitäten zu wechseln, seine Handlungen zu kontrollieren und Informationen im Gedächtnis zu behalten. Die Wissenschaftler untersuchten auch einige wichtige Anzeichen von Autismus - Schwierigkeiten bei der Kommunikation, beim Verstehen der Sichtweise anderer Menschen und das Vorhandensein stereotyper (sich wiederholender) Handlungen.

Bei Kindern, die in einem mehrsprachigen Umfeld aufwachsen, wurde festgestellt, dass sie besser zwischen Aufgaben wechseln können und seltener bei einzelnen Handlungen oder Gedanken "hängen bleiben". Sie verfügten auch über bessere "Hemmungs"-Fähigkeiten - das heißt, die Fähigkeit, Ablenkungen zu vermeiden und "unnötige" Reaktionen zu unterdrücken. Die Autoren der Studie erklären dies mit der Tatsache, dass die Verwendung mehrerer Sprachen eine ständige Auswahl der passenden Sprache und die Unterdrückung anderer Sprache erfordert, wodurch das Gehirn trainiert wird.

Interessanterweise wirkte sich die Zweisprachigkeit auch positiv auf eine der Hauptschwierigkeiten bei Autismus aus - die Kommunikation. Die Eltern berichteten von einer verbesserten Fähigkeit zur 'Perspektivenübernahme' (das Verstehen des Standpunkts eines anderen) und einer Verringerung des repetitiven Verhaltens.

Einige Familien befürchten, dass das Erlernen einer zweiten Sprache die Sprachverzögerungen oder Verständnisprobleme, die bei Kindern mit Autismus häufig auftreten, noch verschlimmern könnte. Wie die Autoren jedoch betonen, haben mehrere Studien (einschließlich dieser) bereits keine negativen Auswirkungen festgestellt. Im Gegenteil, die Ergebnisse deuten darauf hin, dass mehrere Sprachen in der Familie dem Kind einen zusätzlichen Schub für seine kognitiven und sozialen Fähigkeiten geben können.

Die Wissenschaftler planen, das Experiment auf etwa 150 Kinder auszuweiten, um ein tieferes Verständnis dafür zu erlangen, wie genau sich die Kenntnis mehrerer Sprachen auf das Gehirn auswirkt und ob sie bei Förderprogrammen für RAS helfen kann.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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