"Näher bei Gott" für Geld: Wie Dänemark im Mittelalter begraben wurde
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Archäologen haben herausgefunden, dass im mittelalterlichen Dänemark der Platz auf dem Friedhof den Status der Familie anzeigte: je näher an der Kirche, desto "ehrenvoller" und teurer.
Die Wissenschaftler wollten herausfinden, ob dies bedeutete, dass Menschen mit schweren und "schändlichen" Krankheiten, wie Lepra, weiter entfernt und auf weniger angesehenen Plätzen begraben wurden. Doch das Ergebnis war unerwartet: Die Kranken wurden oft genauso nah an der Kirche begraben wie alle anderen.
Das Team untersuchte 939 erwachsene Skelette aus fünf mittelalterlichen Friedhöfen in Dänemark - drei städtische und zwei ländliche. An den Knochen suchten die Forscher nach Anzeichen von Lepra (charakteristische Veränderungen im Gesicht, an den Händen und Füßen) und Tuberkulose (Knochen- und Gelenkläsionen im Zusammenhang mit einer chronischen Infektion).
Als nächstes kartierten die Wissenschaftler die Friedhöfe und untersuchten, wo die Menschen mit Krankheitsanzeichen lagen: an "teuren" Orten in der Nähe von Kirchen und Klöstern oder an der Peripherie. Im Allgemeinen fanden sie fast keinen Zusammenhang zwischen Krankheit und "Grabstatus" - Menschen mit Lepra und Tuberkulose wurden nicht an den Stadtrand "gedrängt".
Nur auf einem städtischen Friedhof in Riba wurde ein deutlicher Unterschied festgestellt: Der Anteil der Menschen mit Tuberkulose war auf dem weniger prestigeträchtigen Grundstück höher als bei den Bestattungen in der Nähe der Kirche und des Klosters. Die Forscher glauben, dass dies möglicherweise nicht auf eine "Bestrafung" für die Krankheit zurückzuführen ist, sondern darauf, dass die Menschen in den verschiedenen Teilen der Stadt unter unterschiedlichen Bedingungen lebten und sich auf unterschiedliche Weise infizierten.
Tuberkulose war im Allgemeinen weit verbreitet, besonders in den Städten. Die Autoren vermuten, dass wohlhabende Menschen besser und länger leben konnten, so dass sie Zeit hatten, bis zu dem Stadium zu "leben", in dem die Krankheit Spuren auf den Knochen hinterlässt, die dann von Archäologen gefunden werden.
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Unabhängiger Forscher, der sich für Archäologie und sakrale Geografie interessiert. Er erforscht diese Themen und schreibt über sie.












