Teenager wollen, dass Erwachsene ihre Online-Welt besser verstehen

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Teenager erklären, wie das Internet sie beeinflusst und was sie von Erwachsenen erwarten
18:00, 19.11.2025

Teenager auf der ganzen Welt leben von Messengern und sozialen Medien, und Erwachsene sind zunehmend besorgt über die Auswirkungen der Bildschirme auf die Psyche der Kinder.



Aber in diesen Diskussionen werden die Hauptbeteiligten - die Jugendlichen selbst - kaum gehört. Eine neue internationale Studie schafft hier teilweise Abhilfe. The Conversation berichtet.

Die Forscher befragten in Zusammenarbeit mit UNICEF und Partnern mehr als 490 Kinder und Jugendliche im Alter von 10-19 Jahren aus 11 Ländern: Belgien, Chile, China, Ägypten, Indonesien, Jamaika, Jordanien, Malawi, Schweden, Schweiz und den Vereinigten Staaten. Den jungen Teilnehmern wurden Fragen zur psychischen Gesundheit gestellt und dazu, wie sich die digitale Kommunikation auf ihr Wohlbefinden auswirkt.

Was Teenager über Erwachsene und das Internet sagen

In allen Ländern schilderten die Jugendlichen ihre Erfahrungen - sowohl die Vor- als auch die Nachteile des digitalen Lebens - auf fast dieselbe Weise. Viele beschwerten sich darüber, dass Erwachsene:

  • wenig Verständnis dafür haben, was Kinder online tun;

  • wenig oder kein Interesse an ihrem digitalen Lebenhaben;

  • nicht über ihre eigenen Online-Gewohnheitennachdenken.

Gleichzeitig betonten die Teenager, dass sie sich wünschen, dass die Erwachsenen ihre Online-Welt besser verstehen und akzeptieren.

Ein Junge aus Chile erzählte von einem Freund, den er durch das Spiel kennengelernt hat: Er teilt fast jeden Tag seine Probleme mit ihm, hat aber Angst, mit seinen Eltern zu sprechen - sie werten alles ab.

"Ich versuche zu helfen, aber ich bin kein Erwachsener, der so etwas durchgemacht hat", zitierten die Forscher.

Die Teenager sagten, dass die digitale Kommunikation ein Gefühl der Unterstützung und Zugehörigkeit vermitteln kann, was für das psychische Wohlbefinden wichtig ist. Gleichzeitig erhöht das Internet aber auch den Stress: durch ständige Vergleiche, Cybermobbing und das Gefühl, "Zeit zu verschwenden".

Viele sagten ganz unverblümt: Sie brauchen die Hilfe von Erwachsenen - wie sie mit dem umgehen können, was sie online sehen und erleben.

Vergleiche, Mobbing und Ängste

Die Studienteilnehmer gaben an, dass sie sich ständig mit Bloggern und Prominenten vergleichen - ihr Aussehen, ihren Erfolg, ihr Geld. Dies führt zu unrealistischen Erwartungen an das Leben und verstärkt schädliche Geschlechterstereotypen.

Besonders schmerzhaft für Mädchen sind die Anforderungen, "hübsch auszusehen" und das Gefühl, dass ihr Wert von der Anzahl der Likes abhängt. Vielen Teenagern ist klar, dass ein Bild in den sozialen Medien oft nicht echt ist, aber sie geben zu, dass die Vergleiche dennoch einen Tribut an das Selbstwertgefühl und die Stimmung fordern.

Ein Teenager aus Schweden sagte:

"Soziale Medien sind sehr einflussreich. Man vergleicht sich mit anderen. Man sieht nicht, dass es sich um dieselbe Person mit ihren eigenen Problemen handelt. Man sieht nur die Fassade, das perfekte Bild - und man fühlt sich schlechter."

Die Teenager nannten Online-Mobbing - in sozialen Netzwerken und Chatrooms - als zweites großes Problem. Die digitale Umgebung verlagert das Mobbing von der Schule in den persönlichen Bereich: Nachrichten und Kommentare verfolgen das Kind zu Hause, rund um die Uhr.

"In den sozialen Medien sind wir nie vor den Meinungen anderer sicher", bemerkte ein Teilnehmer.

Sowohl Jungen als auch Mädchen beschrieben die Angst, dass ihre Fotos ohne Erlaubnis verwendet oder in einem abwertenden und manchmal bedrohlichen Kontext geteilt werden könnten. In mehreren Ländern betonten die Jugendlichen nachdrücklich: Mädchen sind online besonders anfällig für sexualisierte Gewalt und Druck.

Das Internet als Unterstützung, nicht nur als Risiko

Gleichzeitig betonten die Studienteilnehmer, dass das Internet nicht nur eine Quelle von Stress, sondern auch eine wichtige Ressource für Unterstützung ist. Dies wurde besonders während der COVID-19-Pandemie deutlich, als der persönliche Austausch begrenzt war.

Soziale Netzwerke und Online-Spiele halfen:

  • freunde aus anderen Städten und Ländern mit ähnlichen Interessen und Anliegen zu finden;

  • das Gefühl zu haben, "nicht allein" zu sein;

  • anonyme Hilfe und Informationen über psychische Gesundheit zu finden;

  • sich von Ängsten und Stress abzulenken.

Ein Teenager aus Chile erzählte uns zum Beispiel, dass man online Menschen "mit ähnlichen Interessen" finden kann, die einen akzeptieren, wenn man offline nicht akzeptiert wird: "[Online] fühlt man sich besser, nicht allein."

Was Teenager von Erwachsenen erwarten

Die Schlussfolgerung der Forscher: Um die psychische Gesundheit von Teenagern im digitalen Zeitalter zu unterstützen, müssen die Erwachsenen selbst ihre digitale Kompetenz erhöhen und den Jugendlichen besser zuhören.

Die Autoren sind der Meinung, dass Initiativen zur Schaffung eines sichereren Online-Umfelds gemeinsam mit Jugendlichen entwickelt werden müssen - andernfalls werden sie weder verständlich noch effektiv sein.

Teenager wollen nicht, dass man ihnen ihr Handy wegnimmt, aber sie wollen, dass man mit ihnen spricht:

  • dass man mit ihnen spricht und sie nicht nur überwacht;

  • dass ihre Online-Erfahrung nicht abgewertet wird;

  • dass Erwachsene ihnen beibringen, wie man mit Risiken umgeht, anstatt ihnen nur Angst zu machen.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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