Wissenschaftler: Bei Depressionen ist es nicht nur wichtig, die Angst zu beseitigen, sondern auch die Freude wiederherzustellen
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Forscher haben herausgefunden, dass es bei Depressionen und Angstzuständen effektiver sein kann, nicht nur mit negativen Emotionen zu arbeiten, sondern auch mit dem Verlust der Fähigkeit, glücklich zu sein. Der neue Ansatz zeigte bessere Ergebnisse als Therapien, die sich auf die Reduzierung von Angst, Furcht und schlechter Laune konzentrieren.
Es geht um Anhedonie, ein Zustand, bei dem eine Person Schwierigkeiten hat, Vergnügen, Interesse und Freude zu empfinden.
Einzelheiten
Die Studie wurde von Psychologen der Southern Methodist University und der UCLA durchgeführt. Sie untersuchten die Positive Affect Treatment (PAT), einen psychotherapeutischen Ansatz, der direkt mit dem Belohnungssystem des Gehirns arbeitet.
Im Gegensatz zu Standardmethoden, bei denen der Schwerpunkt oft auf der Reduzierung negativer Emotionen liegt, versucht PAT, die Fähigkeit eines Menschen wiederherzustellen, gute Dinge zu erwarten, angenehme Ereignisse wahrzunehmen und Sinn, Motivation und Verbundenheit mit anderen zu spüren.
Die Therapie umfasst Übungen, die dabei helfen, zu sinnvollen und angenehmen Handlungen zurückzukehren, Dankbarkeit zu entwickeln, sich besser auf positive Erfahrungen zu konzentrieren und wieder zu lernen, Ereignisse zu genießen.
An der randomisierten Studie nahmen 98 Erwachsene mit schwerer Anhedonie, Depression und Angstzuständen teil. Die Teilnehmer erhielten 15 wöchentliche Einzelsitzungen über eine Videoverbindung. PAT wurde mit einer Therapie verglichen, die darauf abzielte, negative Emotionen zu reduzieren.
Die Ergebnisse waren bemerkenswert: Die PAT-Gruppe zeigte eine größere Verbesserung des allgemeinen klinischen Zustands. Die Verbesserungen betrafen nicht nur die Fähigkeit, positive Emotionen zu empfinden, sondern auch die Symptome von Depressionen und Angstzuständen. Die Effekte hielten mindestens einen Monat nach Beendigung der Therapie an.
Warum das wichtig ist
Depressionen werden oft als ein Zustand der Traurigkeit angesehen. Doch für viele Menschen ist eines der schwerwiegendsten Symptome nicht Traurigkeit, sondern die Unfähigkeit, glücklich zu sein.
Das ist wichtig, denn Anhedonie wird mit einem schwereren Krankheitsverlauf, einer schlechteren Genesung, einem erhöhten Rückfallrisiko und Suizidalität in Verbindung gebracht. Und mit den üblichen Behandlungsmethoden lassen sich negative Emotionen oft besser abbauen als positive Gefühle zurückbringen.
Die neue Arbeit unterstützt die Idee, dass die Behandlung von Depressionen und Angstzuständen nicht nur "das Schlechte wegnehmen" sollte, sondern den Betroffenen auch dabei helfen sollte, wieder Interesse, Freude, Motivation und ein Gefühl von Bedeutung zu entwickeln.
Hintergrund
Die Behandlung des positiven Affekts wurde über ein Jahrzehnt hinweg als Ansatz für Menschen mit Depressionen, Ängsten und einem geringen Maß an positiven Emotionen entwickelt. Sie basiert auf der Idee, dass bei einigen Patienten das Belohnungssystem gestört ist - ein Mechanismus, der ihnen hilft, angenehme Ereignisse zu erwarten, sie zu genießen und aus positiven Erfahrungen zu lernen.
Gleichzeitig betonen die Autoren und Kommentatoren: Die Studie bedeutet nicht, dass eine universelle Methode zur Behandlung von Depressionen gefunden wurde. Die Stichprobe war klein - 98 Personen - und der Ansatz selbst erfordert weitere Tests und eine Klärung der Wirkungsmechanismen.
Quelle
Die Studie von Alicia E. Meuret et al. wurde in JAMA Network Open im Jahr 2026 veröffentlicht: Positive Affect Treatment for Depression, Anxiety, and Low Positive Affect. Ein begleitender Kommentar in derselben Zeitschrift sieht die Arbeit als Teil einer breiteren Verlagerung hin zu Therapien, die positive Emotionen und die Funktion des Belohnungssystems wiederherstellen.
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Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.













