Wissenschaftler haben die Handgelenke von Menschen und Affen verglichen - und Spuren einer gemeinsamen Vergangenheit gefunden

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Wissenschaftler haben die Hände von Menschen und Affen verglichen, um zu verstehen, woher unsere Geschicklichkeit kommt
21:00, 22.05.2026

Die menschliche Hand scheint ein nahezu perfektes Instrument zu sein. Sie kann eine Nadel halten, schreiben, Schnürsenkel binden, Teile aufheben, ein Musikinstrument spielen und Tausende von präzisen Bewegungen ausführen. Aber diese Geschicklichkeit ist nicht auf einmal entstanden.



Eine neue Studie zeigt, dass ein Teil der Antwort nicht in den Fingern, sondern in den kleinen Knochen des Handgelenks verborgen ist. Die Wissenschaftler verglichen die Handgelenke von modernen Menschen, Menschenaffen und alten menschlichen Verwandten und stellten fest, dass unsere Hand Spuren einer gemeinsamen Vergangenheit mit afrikanischen Affen aufweist.

Details

Die Forscher untersuchten die Handwurzelknochen - die kleinen Knochen zwischen dem Unterarm und der Hand. Über sie wird normalerweise kaum gesprochen, weil die ganze Aufmerksamkeit dem Daumen und den Fingern im Allgemeinen gilt. Aber es ist das Handgelenk, das der Hand hilft, sowohl stabil und beweglich als auch präzise zu sein.

Das Team verglich die Knochen verschiedener Primaten und von 55 fossilen Homininen - alten Verwandten des Menschen. Dazu verwendeten sie 3D-Scans und Computeranalysen der Form der Knochen. Dieser Ansatz ist notwendig, weil die Handwurzelknochen klein und unregelmäßig sind und durch einfache Maße wie Länge und Breite nur schlecht beschrieben werden können. Ergänzende Materialien zu dem Artikel bestätigen, dass die Autoren die Form der Handwurzelknochen von modernen Primaten und fossilen Homininen mithilfe einer dreidimensionalen Analyse verglichen haben.

Die auffälligste Ähnlichkeit wurde bei zwei Knochen des inneren Teils des Handgelenks festgestellt - dem Halbmondknochen und dem Dreiecksknochen. Beim Menschen sind sie von der Form her näher an den Knochen der afrikanischen Menschenaffen, insbesondere der Schimpansen und Gorillas.

Aber das ist nur ein Teil der Geschichte. Während einige Knochen die alten Merkmale beibehalten haben, haben sich andere Teile des Handgelenks allmählich verändert. Die Seite des Daumens wurde besonders wichtig - sie ist die Seite, die mit dem genauen Greifen und der Handhabung von Gegenständen verbunden ist.

Einfach ausgedrückt: Die menschliche Hand ist nicht als fertiges "Werkzeug" entstanden. Zunächst benutzten unsere Vorfahren die Vorderbeine immer weniger für die Fortbewegung und dann immer mehr für die Handhabung von Gegenständen. Die Knochen des Handgelenks veränderten sich Stück für Stück: einige blieben dem alten Zustand ähnlich, während andere für die neuen Aufgaben umgebaut wurden.

Warum das wichtig ist

Diese Studie hilft uns zu verstehen, wie eine der wichtigsten menschlichen Eigenschaften - die Fähigkeit, mit unseren Händen präzise zu arbeiten - entstanden ist. Ohne diese Pinselführung gäbe es keine hochentwickelten Werkzeuge, kein Handwerk, keine Schrift, keine Technologien und keine alltäglichen Aktivitäten, die uns alltäglich erscheinen.

Der Hauptpunkt ist hier nicht, dass der Mensch eine "Affenhand" hat. Im Gegenteil, die Arbeit zeigt etwas viel Interessanteres: Die Evolution löscht nicht immer das Alte aus und schafft das Neue von Grund auf. Oft nimmt sie ein bestehendes Design und modifiziert es allmählich, um es an neue Aufgaben anzupassen.

Deshalb ist unser Pinsel eine Mischung aus alten und neuen Merkmalen. Er weist Spuren aus der Vergangenheit auf, als die Hände noch wichtig für die Fortbewegung waren, und neuere Veränderungen, die mit präzisen Bewegungen und Werkzeugen zu tun haben.

Hintergrund

Wissenschaftler streiten sich seit langem darüber, wie sich die entfernten Vorfahren der Menschen und der afrikanischen Affen fortbewegt haben. Einige stellen die Hypothese auf, dass sie wie Schimpansen und Gorillas Merkmale hatten, die mit der Fortbewegung auf den Fingerknöcheln zusammenhängen. Andere glauben, dass die Geschichte komplexer war und die verschiedenen Primatenstämme unterschiedliche Wege gegangen sind.

Die neue Arbeit schließt dieses Argument nicht endgültig aus. Sie fügt ein wichtiges Detail hinzu: Die Form des Handgelenks des Menschen weist zwar Ähnlichkeiten mit der der afrikanischen Menschenaffen auf, aber die menschliche Geschicklichkeit entstand durch jüngere Veränderungen, insbesondere in dem Teil der Hand, der mit dem Daumen verbunden ist.

Quelle

Laura E. Hunter et al, "Did modern human carpal morphology evolve from knuckle walking traits?", Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences, 2026.

In der Studie verglichen die Wissenschaftler die Handwurzelknochen von modernen Primaten und 55 fossilen Homininen. Sie verwendeten 3D-Scans und Computeranalysen der Form der Knochen. Die wichtigste Schlussfolgerung: Das menschliche Handgelenk ähnelt in einigen Merkmalen dem Handgelenk afrikanischer Menschenaffen, aber die Merkmale, die mit präzisen Handbewegungen verbunden sind, bildeten sich allmählich heraus und sind besonders auf der Daumenseite auffällig.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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