Wissenschaftler haben ein knochenreparierendes Material aus Wolle hergestellt

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Wolle kann helfen, Knochen zu reparieren - Studie
Dr. Sherif Elsharkawy hält einen menschlichen Schädel. Foto: King's College London.
19:00, 26.04.2026

Wissenschaftler des King's College London haben gezeigt, dass Material aus gewöhnlicher Wolle helfen kann, beschädigte Knochen zu reparieren. Das ist wichtig, denn Wolle wird oft als landwirtschaftlicher Abfall entsorgt und ihr Protein, Keratin, könnte die Grundlage für neue medizinische Materialien sein.



Hier geht es immer noch um Labortests und Tierversuche, nicht um die Anwendung bei Patienten.

Details

Die Forscher verwendeten Keratin, ein zähes natürliches Protein, das in Wolle, Haaren und Nägeln vorkommt. Sie stellten daraus spezielle Membranen her, d.h. dünne Gerüste, die das Wachstum von neuem Knochengewebe leiten sollen.

Das Material wurde zunächst an menschlichen Knochenzellen im Labor getestet. Die Zellen auf solchen Membranen überlebten und zeigten Anzeichen einer normalen Knochenbildung.

Die Membranen wurden dann an Ratten mit Schädelknochendefekten getestet, die nicht vollständig von selbst heilen wollten. Über mehrere Wochen hinweg konnten die Wissenschaftler beobachten, wie das Keratinmaterial dazu beitrug, dass neuer Knochen an der beschädigten Stelle wuchs.

Heute werden Kollagenmembranen häufig in der regenerativen Medizin eingesetzt. Sie gelten als Standard, haben aber ihre Grenzen: Sie sind möglicherweise nicht stark genug, bauen sich zu schnell ab und sind teuer in der Herstellung.

In dem Experiment lieferten Kollagenmembranen volumenmäßig mehr Knochengewebe. Aber Keratinmembranen aus Wolle bildeten ein geordneteres und strukturell dem gesunden Knochen ähnliches Gewebe. Darüber hinaus fügte sich das Material gut in das umgebende Gewebe ein und blieb während der Heilung stabil.

Warum das wichtig ist

Die Studie zeigt, dass Wolle möglicherweise nicht nur ein Abfallprodukt ist, sondern ein Rohstoff für medizinische Materialien.

Solche Keratinmembranen könnten potenziell in der Zahnmedizin, der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und anderen Bereichen eingesetzt werden, in denen Knochengewebe wieder aufgebaut werden muss.

Der Hauptvorteil ist die Kombination aus medizinischer Funktion und Nachhaltigkeit: Wolle ist ein erneuerbares Material, das in der Landwirtschaft oft im Überfluss produziert wird.

Aber es ist wichtig zu betonen, dass es sich hierbei noch nicht um eine klinikreife Technologie handelt. Es sind weitere Studien erforderlich, um die Sicherheit, Haltbarkeit und Wirksamkeit des Materials beim Menschen zu untersuchen.

Hintergrund

Keratin wird seit langem als vielversprechendes Biomaterial angesehen. Es ist biokompatibel, wird im Körper abgebaut und könnte als Grundlage für Materialien dienen, auf denen Zellen wachsen. Bisher wurden Keratinstrukturen für die Gewebereparatur, die Verabreichung von Medikamenten und die Wundheilung untersucht.

Eine neue Studie geht einen Schritt weiter und zeigt, dass Keratin aus Wolle die Knochenregeneration in einem lebenden Organismus unterstützen kann.

Quelle

Die Studie wurde von einem Team am King's College London durchgeführt. Darin wurden Keratinmembranen aus Wolle an menschlichen Knochenzellen und in einem präklinischen Modell der Knochenreparatur getestet.

Mykola Potyka

Mykola Potyka verfügt über ein breites Spektrum an Kenntnissen und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Mykola schreibt auf interessante Weise über Dinge, die ihn interessieren.