Wissenschaftler haben herausgefunden, warum Sport tatsächlich vor Depressionen schützt

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Stress "durchbricht" die Abwehrkräfte des Gehirns - aber Bewegung kann das verhindern, zeigt eine Studie
18:00, 23.01.2026

ein "gutes Leben" und Sport können das Risiko einer Depression verringern



Ein Team von Wissenschaftlern der Universität Laval (Kanada) hat herausgefunden, warum regelmäßige Bewegung und ein "bereichertes" Umfeld - und im weiteren Sinne günstige sozioökonomische Bedingungen - das Risiko einer Depression verringern können. In Experimenten an Labortieren zeigten die Forscher: Bei chronischem sozialem Stress tragen Bewegung und eine verbesserte Umgebung dazu bei, die Integrität der Blut-Hirn-Schranke (BHS) in den Hirnregionen zu erhalten, die mit Emotionen und Stimmungsregulierung in Verbindung stehen.

Die Arbeit ist in der Zeitschrift Nature Communications veröffentlicht. Die Autoren betonen die Schlüsselrolle des Fgf2-Proteins bei diesem Abwehrmechanismus und sehen darin einen potenziellen Biomarker für Stimmungsstörungen.

Wie Stress die Abwehrkräfte des Gehirns 'bricht'

Die Blut-Hirn-Schranke ist ein System von zellulären 'Grenzen', das den Eintritt von Substanzen aus dem Blut in das Gehirn begrenzt. Ein wichtiges Element dieser Abwehr ist das Protein Claudin-5: Es "schließt die Lücken" zwischen den Zellen. Wenn Claudin-5 kleiner wird, verliert die Barriere ihre Dichtigkeit.

Zuvor hatte eine Gruppe um Professor Caroline Menard gezeigt, dass chronischer Stress bei Mäusen zu einer Verringerung von Claudin-5 führt, woraufhin pro-inflammatorische Moleküle leichter in das Gehirn eindringen - und Angstzustände und depressive Erscheinungen auftreten. Den Autoren zufolge wurde ein ähnlicher Claudin-5-Mangel auch in den Gehirnen von depressiven Menschen festgestellt.

Was Bewegung und eine "bereicherte Umgebung" enthüllten

In der neuen Studie modellierten die Wissenschaftler chronischen sozialen Stress bei Mäusen (sie wurden regelmäßig einem dominanten Männchen ausgesetzt) und teilten die Tiere in drei Gruppen ein:

  • "angereicherte Umgebung" (Unterschlupf, Spielzeug, Nistmaterial),

  • freier Zugang zum Laufrad,

  • kontrollgruppe ohne zusätzliche Bedingungen.

Das Ergebnis war beachtlich: In der Kontrollgruppe sank der Claudin-5-Spiegel bei den gestressten Mäusen um etwa 50%, während bei den Tieren mit dem Laufrad oder in der angereicherten Umgebung der Verlust minimal oder gar nicht vorhanden war. Gleichzeitig wurden auch die Verhaltensanzeichen von Angst und Depression reduziert.

Fgf2-Protein als "Resilienzfaktor"

Weitere Analysen zeigten, dass der schützende Effekt mit erhöhten Fgf2-Spiegeln im Gehirn verbunden war. Um die Ursache-Wirkungs-Beziehung zu testen, verwendeten die Forscher virale Vektoren, um die Produktion von Fgf2 nach oben oder unten zu "verdrehen".

  • Mäuse mit erhöhtem Fgf2 neigten weniger dazu, nach Stress den Kontakt zu meiden und zeigten eine größere Widerstandsfähigkeit.

  • Wenn Fgf2 verringert wurde, wurden die Tiere anfälliger für Stress, mieden eher soziale Kontakte und profitierten weniger von Bewegung.

Ein möglicher Biomarker für Depressionen im Bluttest

Fgf2 hat eine weitere wichtige Eigenschaft: Das Protein kann im Blut nachgewiesen werden, insbesondere wenn die Barriere geschwächt ist. Daher testete das Team, ob Fgf2 zu einem Biomarker für Depressionen werden könnte (solche Marker, die wirklich bei der Diagnose und der Wahl der Therapie helfen, sind in der klinischen Praxis noch wenig verbreitet).

Zu diesem Zweck analysierten die Forscher etwa 100 Blutproben aus einer Biobank in Montreal und verglichen die Fgf2-Werte bei Menschen mit und ohne Depression. Ihren Ergebnissen zufolge stieg die Fgf2-Konzentration mit dem Schweregrad der Depression an und wurde wahrscheinlich durch Umweltfaktoren - wie Beschäftigung oder Bildungsniveau - beeinflusst. In einem nächsten Schritt soll nun untersucht werden, ob Fgf2 das Ansprechen auf eine Behandlung widerspiegelt und auch bei anderen psychischen Störungen, einschließlich Schizophrenie, nützlich sein kann.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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