Wissenschaftler haben herausgefunden, wie ein Mensch mit einer "Wolfslippe" im alten China lebte
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Wissenschaftler untersuchten eine seltene Grabstätte in China und fanden heraus, wie ein Mensch mit einer angeborenen Besonderheit - einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (sogenannte "Wolfslippe") - lebte. Die Ergebnisse waren unerwartet.
Archäologen untersuchten ein Grab in Nordchina, das aus dem späten 18. bis frühen 19. Jahrhundert stammt. Sie fanden die Überreste eines jungen Mannes im Alter von etwa 16-18 Jahren.
Details
Die Analyse ergab, dass er mit einer ausgeprägten Lippen- und Gaumenspalte geboren wurde. Solche Merkmale führen normalerweise zu schweren Ernährungs- und Sprachschwierigkeiten und haben in der Vergangenheit oft dazu geführt, dass ein Kind isoliert oder sogar ausgesetzt wurde.
In diesem Fall war dies jedoch nicht der Fall.
Die Studie zeigte, dass der junge Mann bis zur Pubertät lebte und nicht unterernährt war. Das bedeutet, dass er wahrscheinlich von Geburt an gepflegt und mit der nötigen Nahrung versorgt wurde.
Außerdem wurde er nach allen gängigen Bräuchen bestattet - in einem Familiengrab, mit den für die damalige Zeit typischen Beigaben. Dies zeigt, dass er ein vollwertiger Teil seiner Gemeinschaft war.
Wissenschaftler spekulieren auch, dass die Frau, mit der er begraben wurde, seine Ehefrau gewesen sein könnte - was eher auf soziale Integration als auf Isolation hindeutet.
Warum das wichtig ist
Das Ergebnis zeigt, dass die Haltung gegenüber Menschen mit Geburtsfehlern in der Vergangenheit möglicherweise komplexer und mehrdeutiger war, als gemeinhin angenommen wird.
Dies bedeutet, dass:
- menschen mit Merkmalen nicht immer stigmatisiert wurden
- die Familien in der Lage waren, langfristige Pflege und Unterstützung zu leisten
- die Integration in die Gesellschaft auch ohne besondere Mittel möglich war
Die Forscher betonen, dass es sich um eine Fallstudie handelt, die nicht unbedingt die Situation in allen Regionen und Bereichen der Gesellschaft zu dieser Zeit widerspiegelt.
Hintergrund
Eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte ist eine angeborene Besonderheit, die schon vor der Geburt auftritt. In der Vergangenheit war sie oft von sozialen Vorurteilen begleitet.
In manchen Kulturen wurden solche Kinder abgelehnt oder als "benachteiligt" angesehen. Historische Quellen aus China zeigen jedoch, dass die Ursachen dieses Leidens oft auf alltägliche Überzeugungen zurückgeführt wurden und nicht ausschließlich auf negative Überzeugungen.
Quelle
Die Studie ist im International Journal of Osteoarchaeology (2026) veröffentlicht. Die Wissenschaftler analysierten die Überreste und den Bestattungskontext, um die Lebensbedingungen und den sozialen Status des Individuums zu beurteilen.
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Unabhängiger Forscher, der sich für Archäologie und sakrale Geografie interessiert. Er erforscht diese Themen und schreibt über sie.












