Anämie bei älteren Menschen wird mit einem erhöhten Risiko für Demenz in Verbindung gebracht

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Eine häufige Blutkrankheit wird mit dem Demenzrisiko bei älteren Menschen in Verbindung gebracht
23:00, 23.04.2026

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Anämie bei Menschen über 60 mit einem höheren Demenzrisiko verbunden ist. Das ist wichtig, denn es handelt sich um eine weit verbreitete Erkrankung, die oft als Problem der "Schwäche" oder des niedrigen Hämoglobins angesehen wird und nicht als möglicher Risikofaktor für das Gehirn.



Die Studie wurde von Wissenschaftlern aus Schweden und Italien durchgeführt. Sie verfolgten 2.282 Menschen im Alter von 60 Jahren und älter, die zu Beginn nicht an Demenz erkrankt waren, und untersuchten ihren Zustand durchschnittlich 9,3 Jahre lang. Während dieser Zeit entwickelte sich bei 362 Teilnehmern eine Demenz.

Details

Die Analyse ergab, dass Menschen mit Anämie ein um 66% höheres Risiko für Demenz hatten als Teilnehmer ohne Anämie. Darüber hinaus war die Anämie mit höheren Werten von Biomarkern verbunden, die mit der Alzheimer-Krankheit, Nervenzellschäden und Entzündungen in Verbindung gebracht werden. Dazu gehören p-tau217, NfL und GFAP.

Das höchste Risiko wurde bei Menschen beobachtet, die Anämie in Kombination mit erhöhten Werten dieser Marker aufwiesen. Wenn zum Beispiel Anämie und hohe NfL-Werte zusammen auftraten, war das Demenzrisiko 3,5 Mal höher. Die Autoren vermuten, dass Anämie das Gehirn anfälliger für neurodegenerative Prozesse machen könnte.

Warum das wichtig ist

Die Arbeit zeigt, dass Anämie nicht nur ein Symptom einer allgemeinen Erkrankung sein kann, sondern auch ein klinisch relevanter Faktor bei der Bewertung des Demenzrisikos. Dies ist besonders wichtig, weil Anämie zu den Krankheiten gehört, die in vielen Fällen erkannt und behandelt werden können.

Dennoch beweist die Studie nicht, dass Anämie direkt Demenz verursacht. Sie zeigt einen konsistenten Zusammenhang, aber keine endgültige Kausalkette. Es sind weitere Langzeitstudien erforderlich, um zu verstehen, ob die Behandlung von Anämie das Risiko eines kognitiven Rückgangs verringert.

Hintergrund

Anämie tritt bei etwa einem von zehn Menschen über 65 Jahren auf. Eine mögliche Erklärung für den Zusammenhang mit Demenz ist, dass das Gehirn bei einem niedrigen Hämoglobinwert weniger Sauerstoff erhält, was den zellulären Stress, die Gefäße und die neuronalen Schäden erhöhen kann.

Quelle

Die Studie ist in JAMA Network Open 2026 veröffentlicht: Anemia and Blood Biomarkers of Alzheimer Disease in Dementia Development.

Elena Rasenko

Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

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