Krankheiten der Mutter verursachen keinen Autismus beim Kind - Wissenschaftler

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Irrtum aufgedeckt: Mütterliche Erkrankungen verursachen keinen Autismus
Pixabay/CC0 Public Domain
13:00, 01.02.2025

Neue Forschungen von Wissenschaftlern der NYU Langone Health haben ergeben, dass die meisten Krankheiten und Beschwerden, die bei Frauen während der Schwangerschaft auftreten, keinen direkten Einfluss auf die Entwicklung von Autismus beim Kind haben.



Quelle: Janecka et al. "Die meisten Zusammenhänge zwischen mütterlicher Gesundheit und Autismus sind auf familiäres Confounding zurückzuführen" Nature Medicine (2025). DOI: 10.1038/s41591-024-03479-5

Früher glaubten viele Experten, dass verschiedene Gesundheitsstörungen bei der Mutter das Risiko von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) in der nächsten Generation erhöhen könnten. Neue Erkenntnisse deuten jedoch darauf hin, dass fast alle dieser "Verbindungen" durch genetische Veranlagung, äußere Faktoren (z.B. Umweltverschmutzung) und sogar das Gesundheitssystem erklärt werden können.

Um zu diesen Schlussfolgerungen zu gelangen, analysierten die Forscher die medizinischen Aufzeichnungen von mehr als 1,1 Millionen Schwangerschaften aus dem landesweiten Register Dänemarks. Anders als in den USA, wo die medizinischen Daten oft über verschiedene Kliniken verstreut sind, werden in Dänemark alle Gesundheitsinformationen für jeden Einwohner unter einer einzigen Nummer gespeichert. Daher konnten die Wissenschaftler über 1.700 verschiedene Diagnosen überprüfen, die bei werdenden Müttern auftreten, und sich dann auf die 236 konzentrieren, die am häufigsten auftreten.

Die Ergebnisse zeigten, dass fast alle Erkrankungen, die bei schwangeren Frauen festgestellt wurden, ihren statistischen Zusammenhang mit Autismus verloren, nachdem wichtige Faktoren berücksichtigt wurden: das Alter der Mutter, der soziale Status, das Vorhandensein anderer Diagnosen und familiäre Merkmale, einschließlich der Rolle des Vaters. Es stellte sich heraus, dass, wenn ein Mann die gleiche Störung hatte und das Kind dennoch Autismus entwickelte, höchstwahrscheinlich die von beiden Elternteilen weitergegebenen Gene und nicht der Zustand der Mutter während der Schwangerschaft die Ursache waren.

Die einzige Gruppe von Störungen, die einen signifikanten Zusammenhang mit dem Autismusrisiko aufwies, waren Komplikationen, die nicht mit dem Körper der Schwangeren, sondern mit dem Fötus selbst zusammenhingen. Nach Ansicht der Autoren deutet dies darauf hin, dass solche "Symptome" eher frühe Manifestationen von ASD sein könnten als die wahren Ursachen dafür. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Merkmale der autistischen Entwicklung bereits vor der Geburt angelegt sind und sich im Körper des Kindes allmählich weiterentwickeln.

Damit widerlegt die neue Studie die weit verbreitete Annahme, dass verschiedene mütterliche Krankheiten - von Depressionen bis hin zu Bluthochdruck - Autismus direkt verursachen. Viele Mütter haben ein schlechtes Gewissen, weil sie denken, dass ihr Gesundheitszustand während der Schwangerschaft eine zukünftige Diagnose beeinflusst haben könnte. Die Ergebnisse eines Teams der NYU Langone Health deuten jedoch darauf hin, dass ein Großteil dieser Befürchtungen unbegründet ist. Die Autoren betonen, dass die Befreiung der Familien von Schuldgefühlen und falschen Stereotypen dazu beitragen kann, die Bemühungen zu lenken, Kindern mit ASD und ihren Angehörigen besser zu helfen.

Elena Rasenko

Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

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