Kurzsichtigkeit wird nicht so sehr mit Bildschirmen in Verbindung gebracht, sondern mit der Gewohnheit, im Halbdunkel zu lesen

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Warum nimmt die Myopie zu?
Pixabay/CC0 Public Domain
21:00, 18.02.2026

Wissenschaftler haben eine neue Erklärung für den Anstieg der Kurzsichtigkeit gefunden: Es könnte an der Arbeit im Nahbereich bei wenig Licht liegen



Der Anstieg der Kurzsichtigkeit in den letzten Jahren wurde oft auf den "Schaden der Bildschirme" zurückgeführt. Forscher des SUNY College of Optometry (New York) glauben jedoch, dass die Ursache umfassender sein könnte: Nicht das Smartphone oder Tablet selbst spielt eine wichtige Rolle, sondern die Art und Weise, wie wir unser Sehvermögen in Innenräumen nutzen - insbesondere, wenn wir über längere Zeit bei schwachem Licht auf kurze Entfernungen schauen.

Die Arbeit, die in Cell Reports veröffentlicht wurde, bietet eine vereinheitlichende Hypothese, die erklärt, warum Faktoren wie Lesen und Arbeiten "aus der Nähe", helles Licht im Freien und sogar bestimmte Behandlungen die Entwicklung und das Fortschreiten der Myopie beeinflussen.

Was ist die Idee?

Wenn sich eine Person auf ein nahes Objekt (Buch, Telefon, Laptop) konzentriert, "passt das Auge die Schärfe an": Die Linse verändert sich (Akkommodation) und die Pupille kann sich verengen, um das Bild klarer zu machen. Im Freien verengt sich die Pupille ebenfalls - aber es gibt viel Licht, und die Netzhaut wird immer noch ausreichend beleuchtet.

Das Problem tritt nach Ansicht der Autoren in Innenräumen bei schwachem Licht auf. In einer solchen Situation kommt es zu einer "unglücklichen Kombination":

  • die Person schaut lange Zeit in die Nähe,

  • die Pupille verengt sich wegen der Fokussierung,

  • es ist nicht viel Licht vorhanden,
    und infolgedessen kann nicht genug Licht die Netzhaut erreichen. Die Autoren vermuten, dass lange Zeiträume mit solch "geringer Netzhautbeleuchtung" die Funktionsweise des visuellen Systems verändern - und dies könnte einer der Mechanismen sein, die an der Entwicklung/Verstärkung der Kurzsichtigkeit beteiligt sind.

Warum dies verschiedene Beobachtungen zusammenführen kann

Die Forscher stellen fest: Verschiedene Methoden zur Kontrolle der Myopie (z.B. Multifokallinsen, Atropin-Tropfen, Empfehlungen, sich häufiger im Freien aufzuhalten) können funktionieren, weil sie die Überakkommodation reduzieren und/oder zu einer "korrekteren" Netzhautbeleuchtung beitragen.

Dabei zieht die Hypothese eine praktische Vorsichtsmaßnahme nach sich: Alle Kontrollmethoden können schlechter funktionieren, wenn eine Person regelmäßig längere Zeit im Nah- und Halbdunkel verbringt.

Die Autoren betonen, dass es sich hierbei nicht um eine endgültige Antwort handelt, sondern um eine überprüfbare physiologische Hypothese, die Gewohnheiten, Beleuchtung und Blickfokus auf neue Weise miteinander verbindet. Weitere Untersuchungen sollten bestätigen, inwieweit dieser Mechanismus die Zunahme der Kurzsichtigkeit beim Menschen erklärt.

Elena Rasenko

Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

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