MIT untersucht, wie Chatbots reale Partner ersetzen

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MIT erforscht die Beziehung zwischen Menschen und KI: Wie Chatbots zu virtuellen Partnern werden
14:30, 27.09.2025

Das MIT hat 1.500 Reddit-Benutzergeschichten untersucht und herausgefunden, wie sich Menschen in Chatbots verlieben



Die Entwicklung der Technologie der künstlichen Intelligenz hat ein neues Kapitel in der Welt der digitalen Beziehungen aufgeschlagen. Immer mehr Menschen auf der ganzen Welt gehen emotionale und sogar romantische Beziehungen mit Chatbots ein. Für einige werden diese virtuellen Partner zu einer Stütze in der Einsamkeit, für andere zu einem Weg, den Verlust oder die Angst vor Intimität zu überleben. Bislang wurde dieses Phänomen jedoch kaum wissenschaftlich untersucht.

Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) beschlossen, diese Lücke zu schließen. Sie analysierten über 1.500 der beliebtesten Beiträge im Reddit-Forum r/MyBoyfriendIsAI, in dem über 27.000 Nutzer Geschichten über "Beziehungen" mit KI austauschen.

Wie Beziehungen mit KI entstehen

Entgegen den Erwartungen haben die meisten Menschen Chatbots nicht mit der Absicht eingesetzt, eine romantische Beziehung einzugehen. Es geschah eher beiläufig - aus praktischem Interesse oder aus dem Wunsch heraus, Kontakte zu knüpfen. Aber mit der Zeit wurde die Korrespondenz immer intimer und emotionaler.

Die Autoren der Studie nutzten ihre eigenen KI-Modelle, um die Nachrichten in sechs Hauptthemen zu kategorisieren, darunter das Erleben von Verlust, der Kampf mit der Einsamkeit, das Bedürfnis nach Unterstützung und emotionale Abhängigkeit. So konnten sie quantifizieren , welche Auswirkungen diese Kommunikation hat und wie viele Menschen positive oder negative Auswirkungen spüren.

Was die Studie ergab

25,4% der Nutzer gaben an, positive Veränderungen wahrgenommen zu haben:

  • eine Verringerung der Einsamkeit,

  • verbessertes psycho-emotionales Wohlbefinden,

  • ein Gefühl der Unterstützung.

Nur 3% gaben an, dass die Beziehung zur KI ihnen geschadet hat. Es wurden jedoch auch Risiken festgestellt:

  • 9,5% der Nutzer erlebten eine emotionale Abhängigkeit von einem digitalen Partner,

  • 4,6% begannen, virtuelle Beziehungen mit dem realen Leben zu verwechseln,

  • 4,3% erlebten eine bewusste Isolation von "echten" Menschen.

Einige Community-Mitglieder griffen sogar auf Rituale aus dem echten Leben zurück - zum Beispiel kauften sie Eheringe für eine "Hochzeit" mit einem Bot.

Was bedeutet das für die Gemeinschaft?

Wissenschaftler betonen, dass solche Verbindungen nicht eindeutig - als positiv oder schädlich - beurteilt werden sollten. Ihrer Meinung nach ist es notwendig, einen neuen, neutralen Ansatz zum Verständnis der Beziehung zwischen Menschen und KI zu entwickeln. Es ist wichtig, die individuellen Bedürfnisse, die emotionale Verletzlichkeit und das Recht eines jeden Menschen auf Sinnsuche zu berücksichtigen - auch auf digitalem Wege.

"Unsere Daten zeigen: Die Auswirkungen von KI auf den Menschen lassen sich nicht allein an den Eigenschaften der Technologie festmachen. Es kommt auf den Kontext, die Ziele und den psychologischen Zustand des Benutzers an", heißt es in dem Papier.

Die Studie ist nicht nur ein Versuch, das Wesen der menschlichen Bindung an KI zu verstehen, sondern auch ein Aufruf zu Vorsicht, Rücksichtnahme und Respekt. Das MIT-Team ist der Meinung, dass die nächste Phase der digitalen Beziehungen auf zwei Prinzipien beruhen sollte:

  1. Schutz der gefährdeten Nutzer vor Abhängigkeit und Realitätsersatz.

  2. Respektieren Sie das Recht der Menschen, sinnvolle Beziehungen einzugehen - in einer Form, die ihren Bedürfnissen entspricht.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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