Wissenschaftler haben herausgefunden, wann Einsamkeit besser ist als eine Beziehung
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In einer Beziehung zu sein, ist nicht immer besser als allein zu sein. Eine neue Studie zeigt: Menschen fühlen sich ohne einen romantischen Partner emotional besser als in einer Beziehung von geringer oder durchschnittlicher Qualität.
Die Studie verglich Menschen, die alleinstehend waren, mit denen, die in einer romantischen Beziehung lebten. Die wichtigste Schlussfolgerung ist einfach: Beziehungen allein machen einen Menschen nicht glücklicher. Es kommt darauf an, um welche Art von Beziehung es sich handelt.
Wenn die Partnerschaft warmherzig, unterstützend und befriedigend für die Person ist, wird sie mit einem höheren Wohlbefinden in Verbindung gebracht. Wenn die Beziehung jedoch schlecht oder "erträglich, aber nicht glücklich" ist, kann sie die Psyche stärker belasten als ein Leben ohne einen Partner.
Details
Die Studie wurde von Menelaos Apostolou von der Universität von Nikosia und Elyakim Kislev von der Hebräischen Universität von Jerusalem durchgeführt. Sie analysierten Daten aus 13 Wellen der deutschen Pairfam-Längsschnittstudie, an der etwa 12.000 Menschen teilnahmen.
Eine Längsschnittstudie bedeutet, dass die Menschen nicht nur einmal beobachtet wurden, sondern über mehrere Jahre hinweg. So konnte man sehen, wie sich ihr Wohlbefinden veränderte, wenn sie eine Beziehung eingingen, sich trennten oder sich in Beziehungen unterschiedlicher Qualität wiederfanden.
Im Allgemeinen berichteten Menschen in guten Beziehungen über ein höheres emotionales Wohlbefinden als Menschen, die alleinstehend waren. Aber als die Forscher die Qualität der Beziehung berücksichtigten, änderte sich das Bild.
Die Teilnehmer fühlten sich besser, wenn sie alleinstehend waren, als wenn sie in einer schlechten oder durchschnittlichen Beziehung lebten. In diesen Beziehungen berichteten sie mit größerer Wahrscheinlichkeit über eine geringere Lebenszufriedenheit und weniger positive Emotionen.
Die höchsten Werte für das Wohlbefinden hatten diejenigen, die in guten Beziehungen lebten. Die niedrigsten Werte hatten diejenigen, die in Beziehungen lebten, die keine Unterstützung und emotionale Zufriedenheit boten.
Warum das wichtig ist
Die Studie stellt die gängige Vorstellung in Frage, dass es besser ist, wenigstens ein paar Beziehungen zu haben als gar keine". Die Daten zeigen: Das ist nicht wahr. Eine Beziehung aus Statusgründen macht einen Menschen nicht unbedingt glücklicher.
Eine schlechte Beziehung kann eine Menge Energie kosten. Eine Person kann mit ständigen Spannungen, Frustration, Misstrauen, mangelnder Unterstützung oder dem Gefühl konfrontiert sein, bereits innerhalb des Paares allein zu sein. In einem solchen Fall schützt eine "Beziehung" nicht vor einer emotionalen Dysfunktion.
Gleichzeitig rät die Studie nicht jedem, sich bei den ersten Schwierigkeiten zu trennen. Jede Beziehung durchläuft Krisen. Aber sie zeigt, dass die Qualität der Beziehung wichtiger ist als die Tatsache, dass eine Person einen Partner hat.
Hintergrund
In vielen Gesellschaften werden romantische Beziehungen immer noch als notwendiger Bestandteil eines "normalen" und glücklichen Lebens angesehen. Menschen, die keinen Partner haben, werden oft als weniger sesshaft oder weniger glücklich angesehen.
Die moderne Forschung zeigt jedoch zunehmend ein komplexeres Bild. Es ist nicht nur die Ehe oder Partnerschaft, die für das emotionale Wohlbefinden wichtig ist, sondern auch die Qualität der Beziehungen, die Unterstützung, der Respekt, das Gefühl der Sicherheit und die Möglichkeit, man selbst zu sein.
Die Autoren fanden auch kleine geschlechtsspezifische Unterschiede. Einsamkeit wurde bei Männern mit mehr negativen Emotionen in Verbindung gebracht als bei Frauen, obwohl der Unterschied gering war. Einsame Frauen fühlten sich etwas weniger sicher als einsame Männer, so die Studie. Diese Unterschiede ändern nichts an der wichtigsten Schlussfolgerung: Die Qualität der Beziehung bleibt der entscheidende Faktor.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Studie durchschnittliche Trends in einer großen Stichprobe aufzeigt. Sie kann nicht jedes einzelne Paar beurteilen. Das emotionale Wohlbefinden wird durch Gesundheit, Arbeit, Einkommen, Kinder, Freunde, persönliche Geschichte und andere Umstände beeinflusst.
Quelle
Menelaos Apostolou, Elyakim Kislev, "Verursachen Veränderungen in der Beziehung Veränderungen im emotionalen Wohlbefinden? Eine Längsschnittuntersuchung", Personality and Individual Differences, 2026.
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Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.













