Vitamin A schützt nicht vor Masern: Anrufe bei Vergiftungszentren in den USA steigen
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Während des Masernausbruchs in den Vereinigten Staaten im Jahr 2025 suchten die Menschen im Internet häufiger nach Vitamin A und Fischöl als möglichen Heilmitteln. Eine neue Studie ergab, dass die Häufung dieser Suchanfragen mit öffentlichen Erklärungen und Mediendiskussionen zusammenfiel, in denen Vitamin A als Mittel gegen Masern angepriesen wurde.
Die Arbeit ist in JAMA Network Open veröffentlicht.
Parallel dazu haben die US-amerikanischen Giftnotrufzentralen einen Anstieg der Überweisungen im Zusammenhang mit Vitamin A bei Kindern gemeldet.
Vom 1. Januar bis 31. März 2025 wurden 86 solcher Fälle gemeldet - 38,7 % mehr als im gleichen Zeitraum 2024. Gleichzeitig betonten die Experten: nicht jede Behandlung bedeutet eine echte Vergiftung, und es gab keine schwerwiegenderen Folgen in diesen Daten.
Der wichtigste Vorbehalt: Vitamin A verhindert keine Maserninfektion und ersetzt keine Impfung. Es kann bei Masern nur im Rahmen einer medizinischen Behandlung und unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden, da hohe Dosen von Vitamin A gefährlich sein können.
Details
Masern sind eine hoch ansteckende Virusinfektion. Sie wird über die Luft übertragen und verursacht Fieber, Husten, eine laufende Nase, rote Augen und Ausschlag. Bei manchen Menschen führen die Masern zu schweren Komplikationen: Lungenentzündung, Gehirnentzündung und Tod.
In den USA gelten die Masern seit 2000 als ausgerottet, aber der Ausbruch im Jahr 2025 war der größte seit vielen Jahren. Als einen der Gründe für die Rückkehr der Krankheit nennen Experten den Rückgang der Impfraten und das wachsende Misstrauen gegenüber Impfungen.
Vor diesem Hintergrund ist das Interesse an "alternativen" Methoden zum Schutz und zur Behandlung in der Öffentlichkeit stark gestiegen. Forscher von JAMA Network Open haben untersucht, wie sich die Google-Suche nach Begriffen wie "Vitamin-A-Masern" und "Lebertran-Masern" - also "Vitamin-A-Masern" und "Fischöl-Masern" - verändert hat. Sie analysierten den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 1. Juni 2025.
Es stellte sich heraus, dass das Interesse an Vitamin A und Fischöl nach bemerkenswerten Medienereignissen und Behauptungen zunahm. Der Studie zufolge stiegen die Suchanfragen nach Vitamin A über das erwartete Maß hinaus, und auch die Anfragen nach Fischöl nahmen zu.
Vitamin A wird tatsächlich vom Körper benötigt. Es ist wichtig für das Sehvermögen, die Haut, das Immunsystem und die normale Entwicklung. In einigen Ländern, in denen Vitamin A-Mangel bei Kindern weit verbreitet ist, kann die Verabreichung von Vitamin A bei Masern das Risiko eines schweren Verlaufs verringern. Aber das macht Vitamin A nicht zu einem Masernpräventionsmittel.
Das Problem beginnt, wenn Menschen Vitamin A allein und in hohen Dosen einnehmen. Der Überschuss kann Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Knochenschmerzen, Leberprobleme und andere gefährliche Symptome verursachen. Besonders riskant ist es, Kindern ohne Arzt hohe Dosen zu verabreichen.
America's Poison Centers warnte gesondert: Vitamin A sollte nur unter direkter Aufsicht eines Arztes verwendet werden, der einen Patienten mit Masern behandelt. Die Organisation stellte außerdem klar, dass einige der gemeldeten Vitamin-A-"Expositionen" nicht nur mit Nahrungsergänzungsmitteln, sondern auch mit kosmetischen Produkten mit Retinol in Verbindung gebracht werden könnten.
Warum das wichtig ist
Diese Geschichte zeigt, wie schnell medizinische Fehlinformationen das Verhalten der Menschen beeinflussen können. Es braucht nur ein paar öffentlichkeitswirksame Behauptungen, damit die Verbraucher nach Nahrungsergänzungsmitteln suchen, sie kaufen und an ihre Kinder weitergeben, ohne die Risiken zu kennen.
Besonders gefährlich ist es, wenn ein Nahrungsergänzungsmittel als Ersatz für eine Impfung angesehen wird. Im Falle von Masern ist dies grundlegend falsch: Der primäre Schutz gegen die Infektion ist der MMR-Impfstoff. Vitamin A schafft keine Immunität gegen das Virus und verhindert nicht, dass sich eine Person ansteckt.
Für Ärzte und öffentliche Gesundheitsdienste ist dies eine wichtige Botschaft. Bei Ausbrüchen von Infektionen müssen wir nicht nur schnell erklären, was hilft, sondern auch, was nicht hilft. Und gesondert, welche "Volksheilmittel" bei falscher Anwendung Schaden anrichten können.
Hintergrund
Vitamin A wird seit langem im Zusammenhang mit Masern untersucht. Weltweite Richtlinien erlauben seine Verwendung bei der Behandlung von Kindern mit Masern in bestimmten Situationen, insbesondere wenn ein Vitamin-A-Mangel verbreitet ist oder das Risiko einer schweren Erkrankung besteht.
Aber in den USA ist die Situation anders. Vitamin-A-Mangel ist dort selten, und das Risiko einer Überdosierung bei Selbsteinnahme ist real. In einer Übersichtsarbeit in The Lancet Regional Health - Americas wurde gesondert hervorgehoben, dass in Ländern mit hohem Einkommen die allgemeine Verschreibung von Vitamin A gegen Masern möglicherweise nur wenig Nutzen bringt und ein Risiko für Schäden darstellt.
Daher lautet die korrekte Formel, dass Vitamin A in den Händen eines Arztes ein medizinisches Hilfsmittel sein kann, aber kein Hausmittel zum "Schutz" vor Masern.
Quelle
Forschung: Anne Christine Bischops et al, "Internet Searches for Vitamin A and Related Media Statements During the 2025 US Measles Outbreak," JAMA Network Open, 2026.
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Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.













