Wird die EU soziale Medien für Kinder bereits 2026 verbieten? Brüssel beobachtet das "australische Experiment"

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Sollen Teenager aus sozialen Netzwerken verbannt werden? EU debattiert Verbot und bereitet Altersüberprüfung vor
18:00, 28.01.2026

EU-Verbot sozialer Medien für Kinder im Jahr 2026: Frankreich treibt Gesetz voran, Brüssel bereitet Expertengremium und Alterstest vor



Die Europäische Union diskutiert die Möglichkeit strengerer Beschränkungen für den Zugang von Kindern zu sozialen Netzwerken - bis zur europaweiten Altersgrenze, schreibt Techxplore.

Die Diskussion wurde durch die Erfahrungen Australiens ausgelöst, wo ein Verbot sozialer Netzwerke für Nutzer unter 16 Jahren in Kraft getreten ist: Brüssel beobachtet genau, wie durchsetzbar und nachhaltig es sein wird, angesichts der juristischen Auseinandersetzungen um die Initiative.

Vor diesem Hintergrund hat Frankreich beschlossen, nicht auf eine gesamteuropäische Lösung zu warten, und wirbt für sein eigenes Verbot. Ausländischen Medien zufolge hat das Unterhaus des französischen Parlaments einen Gesetzentwurf gebilligt, der die Nutzung sozialer Netzwerke durch Kinder unter 15 Jahren verbieten würde; das Dokument muss nun den Senat passieren. Die Veröffentlichungen klingen auch nach einem Richtwert für die Einführung neuer Regeln mit Beginn des Schuljahres im September 2026.

Parallel dazu verbietet der Digital Services Act (DSA), ein "harter Rahmen", der auf EU-Ebene bereits in Kraft ist, gezielte Werbung für Kinder und gibt den Regulierungsbehörden die Instrumente an die Hand, von den Plattformen Änderungen zum Schutz Minderjähriger zu verlangen. Gleichzeitig untersucht die Europäische Kommission große Plattformen: TikTok zum Beispiel wird im Hinblick auf den Jugendschutz, das "süchtig machende" Design und die mit den Empfehlungsalgorithmen verbundenen Risiken unter die Lupe genommen.

Die Befürworter eines radikaleren Ansatzes glauben jedoch, dass DSA-Regeln allein nicht ausreichen. Im Europäischen Parlament wurden bereits Forderungen nach einem "digitalen Mindestalter" laut (in einigen Vorschlägen 16 Jahre alt und Zugang für Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren nur mit Zustimmung der Eltern).

Die Chefin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen sprach sich öffentlich für die Idee des "digitalen Erwachsenseins" aus und kündigte die Einsetzung eines Expertengremiums an, das Optionen für weitere Schritte zum Schutz von Kindern in sozialen Netzwerken vorschlagen soll. Medienberichten zufolge wird der Start eines solchen Konsultationsformats für Anfang 2026 erwartet.

Eine andere praktische Richtung ist die Altersüberprüfung. Die Europäische Kommission hat bereits eine "Blaupause" (technisches Schema) für Lösungen zur Altersüberprüfung veröffentlicht und ihre Version verbessert, um es Plattformen und Staaten zu erleichtern, kompatible, eher "private" Mechanismen zur Altersüberprüfung zu implementieren. Mehrere EU-Länder testen Ansätze für solche Instrumente und hoffen, sie als Grundlage für künftige Beschränkungen - national oder europaweit - nutzen zu können.

Das Fazit im Moment: Es gibt kein EU-weites Verbot von sozialen Netzwerken für Kinder im Jahr 2026, aber die Diskussion hat sich auf zwei Schienen gleichzeitig beschleunigt - politisch (die Idee eines einheitlichen Alters) und regulatorisch und technisch (DSA-Studien und Altersverifizierung). Die Entscheidung wird von den Schlussfolgerungen der Experten der Europäischen Kommission abhängen, von den Ergebnissen der laufenden Kontrollen der Plattformen und davon, wie sich das australische Modell in der Praxis bewährt.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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