Wissenschaftler haben herausgefunden, warum schwangere Frauen seltener an Grippe erkranken
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Wissenschaftler haben einen weit verbreiteten Mythos widerlegt, dass schwangere Frauen anfälliger für Infektionen sind.
Forscher der McGill University haben herausgefunden, dass eine Schwangerschaft eine natürliche Immunität auslösen kann, die die Abwehrkräfte des Körpers gegen schwere Formen der Grippe stärkt. Ihre Arbeit ist in der Zeitschrift Science Advances veröffentlicht.
Die Studie an Mäusen zeigte, dass eine Schwangerschaft das Immunsystem stärkt und das Influenza-A-Virus daran hindert, sich in der Lunge auszubreiten, wo es schwere Komplikationen verursachen kann.
Unsere Ergebnisse sind überraschend, weil sie dem konventionellen Dogma widersprechen, aber aus evolutionärer Sicht macht es Sinn", sagte Studienmitautor Dr. Maziar Diwangahi, Professor an der Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften der McGill University. - Der Körper der Mutter passt sich an, um stärkere Abwehrkräfte zu bilden, damit sich das Baby gesund entwickeln kann.
Die Wissenschaftler untersuchten an einem Mausmodell, wie eine bestimmte Art von Immunzellen in der Nasenhöhle während der Schwangerschaft aktiviert wird. Diese Zellen produzieren ein starkes Molekül, das die antivirale Abwehr stärkt, insbesondere in der Nase und den oberen Atemwegen.
Das Influenza-A-Virus ist nach wie vor eine der tödlichsten Bedrohungen für die Menschheit", betonte die Erstautorin der Studie, Julia Chronoulos, die die Untersuchung im Rahmen ihrer Doktorarbeit durchführte. - Diese natürliche Stärkung des Immunsystems während der Schwangerschaft könnte die Art und Weise, wie wir werdende Mütter vor der Grippe schützen, verändern.
Aussichten für zukünftige Impfstoffe und Therapien
Health Canada empfiehlt schwangeren Frauen aufgrund des hohen Risikos schwerer Erkrankungen und Komplikationen eine Grippeschutzimpfung. Die neuen Erkenntnisse bieten jedoch die Möglichkeit, gezieltere Impfstoffe gegen die Grippe zu entwickeln, die zu den 10 häufigsten Todesursachen in Kanada zählt.
Dr. James Martin, Mitautor der Studie, sagte: "Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die entdeckte Immunreaktion auch außerhalb der Schwangerschaft reproduziert werden kann.
Dies könnte zu neuen nasalen Impfstoffen oder Behandlungen führen, die die Menge der schützenden Moleküle, bekannt als Interleukin-17, erhöhen.
Das Team plant, sich auf Möglichkeiten zu konzentrieren, die Lungenschäden bei Virusinfektionen wie Grippe oder COVID-19 zu verringern. Dabei geht es nicht darum, das Virus direkt zu bekämpfen, sondern zu verhindern, dass das Immunsystem überreagiert, was das Risiko schwerer Komplikationen im Zusammenhang mit der Infektion verringern könnte.
Weitere Einzelheiten: Julia Chronopoulos et al, Pregnancy enhances antiviral immunity independent of type I IFN but dependent on IL-17-producing γδ + T cells in the nasal mucosa, Science Advances (2024). DOI: 10.1126/sciadv.ado7087
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Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.













