Wissenschaftler haben herausgefunden, wie Bienen tatsächlich eine Königin machen

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Wissenschaftler enthüllen, wie Bienen eine Larve in eine Königin verwandeln
Eine Kinderstube mit Wächterbienen, die sich um die zukünftige Königin kümmern. Kredit: Fang Yu / UCR.
21:00, 04.06.2026

Lange Zeit glaubte man, dass das, was eine Bienenkönigin ausmacht, hauptsächlich die Ernährung ist. Wenn eine normale Larve mit Gelee Royale gefüttert wird, entwickelt sie sich zu einer Königin, dem einzigen Weibchen im Bienenstock, das Eier legt.



Eine neue Studie zeigt: Es ist komplizierter als das. Die zukünftige Königin entwickelt sich nicht nur dank spezieller Nahrung. Die Bienen bauen für sie eine spezielle "Kinderstube" - das Mutterschaftshaus - in der die Form der Zelle, die Zusammensetzung des Wachses, die Wärme, die Feuchtigkeit und die Arbeit der jungen Bienenbauerinnen eine wichtige Rolle spielen.

Die Arbeit ist in der Zeitschrift Nature veröffentlicht.

Einfach ausgedrückt, füttern die Bienen die Larve nicht nur mit "Königsfutter". Sie schaffen für sie ein ganzes Umfeld, das ihr hilft, eine Königin zu werden.

Details

Arbeitsbienen und künftige Königinnen sind anfangs fast identisch: Sie entwickeln sich aus ähnlichen befruchteten Eiern. Aber darüber hinaus unterscheiden sich ihre Schicksale dramatisch. Die Arbeitsbienen bleiben kleiner, leben ein kürzeres Leben und erfüllen Aufgaben im Bienenstock. Die Königin wird größer, entwickelt sich schneller und wird zum wichtigsten eierlegenden Weibchen der Kolonie.

Bisher lag das Hauptaugenmerk auf Gelée Royale, einer Nährstoffmischung, die die Arbeitsbienen an die Larven der zukünftigen Mütter verfüttern. Aber die Autoren der neuen Arbeit beschlossen zu prüfen, ob der "Raum", in dem die Larve wächst, eine Rolle spielt.

Dieser Raum wird Brutkammer genannt. Er unterscheidet sich von den üblichen sechseckigen Zellen, in denen sich die Arbeitsbienen entwickeln. Der Nistkasten ist größer, länglicher und ähnelt der Form einer Erdnuss oder eines kleinen Kokons.

Forscher haben gezeigt, dass es nicht nur die Form ist, die den Uterus von den normalen Arbeiterinnenzellen unterscheidet. Das Wachs in ihnen hat andere mechanische und chemische Eigenschaften. In dem Papier heißt es, dass die Mutterzellen besondere physikochemische Eigenschaften haben, die sich deutlich von denen der Arbeitsbienen unterscheiden.

Das ist wichtig, denn die Larve entwickelt sich nicht in einer Leere. Sie wird von allem beeinflusst, was sie umgibt: Temperatur, Feuchtigkeit, Wachszusammensetzung, chemische Signale und das Verhalten der Bienen, die sich um sie kümmern.

Um die Rolle der Zelle zu testen, veränderten die Wissenschaftler die Bedingungen, unter denen die zukünftigen Mütter aufgezogen werden. Es stellte sich heraus, dass die Umgebung die Entwicklung beeinflusst: Die Eigenschaften der Mutterschaftszelle sind für eine normale Königinnenbildung notwendig. Nature stellt diese Schlussfolgerung ausdrücklich fest: Die physiko-chemischen Signale der Gebärmutter sind für die normale Entwicklung der Königin kausal notwendig.

Eine weitere wichtige Erkenntnis betrifft die Arbeitsbienen. Die Forscher identifizierten eine besondere Gruppe junger Arbeiterinnen, die Nistkästen bauen. Diese Bienen füllen das Wachs nicht einfach so ein. Sie schaffen eine besondere Umgebung und verändern sich gleichzeitig physiologisch: Ihr Organismus wird für die Aufgabe, eine Königinnenzelle zu bauen, umgestaltet.

Es stellt sich heraus, dass die zukünftige Königin nicht nur einen Faktor "macht". Sie wird von der gesamten Kolonie geformt: Futter, Wachs, Zellenform, Wärme und die Arbeit der Bienenbauerinnen.

Warum das wichtig ist

Diese Studie ändert eine allzu einfache Sicht auf das Leben im Bienenstock. Das Gelée Royale ist in der Tat wichtig, aber es erklärt nicht alles. Das Schicksal einer Larve hängt nicht nur davon ab, womit sie gefüttert wird, sondern auch von der Umgebung, in der sie lebt.

Für die Biologie ist dies ein wichtiges Beispiel dafür, wie lebende Organismen buchstäblich die Bedingungen für die Entwicklung anderer Organismen schaffen können. Bei den Bienen funktioniert das Bienenvolk wie ein einziges System: Einige Bienen bauen, andere füttern, andere halten die Temperatur aufrecht, und all das zusammen beeinflusst, was aus der Larve wird.

Es gibt auch einen praktischen Aspekt. Die Qualität der Partnerin einer Biene ist für den ganzen Bienenstock wichtig. Wenn sich die Partnerin schlecht entwickelt, leidet die gesamte Kolonie: Sie vermehrt sich weniger gut, erneuert sich schwächer und kann weniger stabil werden. Daher ist es sowohl für die Wissenschaft als auch für die Bienenzucht wichtig, genau zu verstehen, wie gesunde Partnerschaften gebildet werden.

Hintergrund

Die Bienenpartnerin ist keine "Königin" im menschlichen Sinne. Sie herrscht nicht mit Befehlen über den Bienenstock. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Eier zu legen und den Fortbestand des Bienenvolkes zu sichern.

Aber es hängt viel von ihrer Gesundheit ab. Die Gebärmutter kann viel länger leben als die Arbeitsbienen und eine große Anzahl von Nachkommen produzieren. Der Bienenstock investiert also eine Menge Ressourcen in ihre Aufzucht.

Früher war das beliebte Schema einfach: mehr Gelée Royale, Sie bekommen eine Königin. Neue Arbeiten zeigen, dass die Bienen auf eine subtilere Weise vorgehen. Das Gelée Royale ist nicht nur eine Schutzkapsel. Es ist ein speziell entwickelter "Inkubator", der die Entwicklung der Larven unterstützt.

Quelle

Forschung: Kai Wang et al, "Queen cell architecture shapes honey bee queen development", Nature, 2026.

Mykola Potyka

Mykola Potyka verfügt über ein breites Spektrum an Kenntnissen und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Mykola schreibt auf interessante Weise über Dinge, die ihn interessieren.