Wohlbefinden ist nicht auf Glück reduzierbar: Neue globale Studie zeigt besorgniserregende Trends
- Startseite
- Leben
- Gesunder lebensstil
- Wohlbefinden ist nicht auf Glück reduzierbar: Neue globale Studie zeigt besorgniserregende Trends


Glücklich zu sein bedeutet nicht immer, wohlhabend zu sein.
Zu diesem Schluss kommen Forscher von Harvard und der Baylor University, die die Ergebnisse einer groß angelegten Global Flourishing Study vorstellen, die in Nature Mental Health veröffentlicht wurde. An der Studie nahmen mehr als 207.000 Menschen aus 22 Ländern und Hongkong teil, die neue Erkenntnisse darüber lieferten, was ein erfülltes Leben ausmacht.
Details: Tyler J. VanderWeele et al, The Global Flourishing Study: Study Profile and Initial Results on Flourishing, Nature Mental Health(2025). DOI: 10.1038/s44220-025-00423-5
Anstelle des üblichen Fokus auf das Glücksniveau wurden in der Studie sechs Komponenten des Wohlbefindens untersucht:
lebenszufriedenheit und emotionales Wohlbefinden;
körperliche und geistige Gesundheit;
ein Gefühl für den Sinn des Lebens;
persönliche Qualitäten und Ethik;
qualität der sozialen Bindungen;
finanzielle Sicherheit.
Das Paradoxon des Wohlbefindens: Wirtschaftlich entwickelte Länder liegen nicht an der Spitze
Die erwarteten Spitzenreiter bei den Glücksbewertungen - wie die USA und Schweden - befinden sich in Bezug auf das Wohlbefinden im Mittelfeld der Liste. Die Spitzenreiter sind Indonesien, Mexiko und die Philippinen, wo das Niveau der wirtschaftlichen Entwicklung deutlich niedriger ist.
Laut Tyler Vanderwil, Professor an der Harvard University, geht die wirtschaftliche Entwicklung nicht immer mit einem Anstieg der inneren Zufriedenheit, der Bedeutung und der Qualität der sozialen Bindungen einher. Dies stellt bestehende öffentliche und sozialpolitische Richtlinien in Frage.
"Es ist wichtig herauszufinden, wie man die Wirtschaft wachsen lassen kann, ohne dass Sinn, Beziehungen und moralische Orientierung verloren gehen", sagte Vanderwil in einem Interview mit CNN.
Junge Menschen in einer verletzlichen Position
Die Lage der jungen Menschen ist besonders besorgniserregend. Den Forschern zufolge weisen die jungen Befragten das niedrigste Niveau an Wohlbefinden auf, vor allem in den entwickelten Ländern.
Ziellosigkeit, Ängste und der Druck des sozialen Erfolgs sind zunehmend charakteristisch für die jüngeren Generationen. Dies erfordert einen systemischen Ansatz sowohl von den Bildungseinrichtungen als auch von den psychischen Gesundheitsdiensten.
Wie wurde die psychische Gesundheit gemessen?
Den Teilnehmern wurden Fragen zu den wichtigsten Aspekten des Lebens gestellt, vom Grad der Zufriedenheit und der körperlichen Gesundheit bis hin zum Sinngefühl und der Qualität der Beziehungen. Zum Beispiel:
Wie viel von Ihrem Leben erscheint Ihnen sinnvoll?
Verstehen Sie Ihren Sinn?
Wie zufrieden sind Sie mit Ihren Beziehungen?
Wie oft machen Sie sich Sorgen um Ihre Wohnung, Ihre Sicherheit oder Ihre monatlichen Ausgaben?
Auf der Grundlage der Antworten wurde ein Wohlstandsindex erstellt, der den Gesamtzustand des inneren und äußeren Wohlbefindens einer Person widerspiegelt.
Warum das wichtig ist
Das Verständnis des Unterschieds zwischen "glücklich sein" und "Wohlbefinden" kann die Herangehensweise an Sozialpolitik, Bildung, Gesundheit und Kultur verändern. Einfache wirtschaftliche Indikatoren oder subjektive Glücksgefühle liefern nicht mehr das vollständige Bild.
Wie einer der Projektteilnehmer, Professor Byron Johnson von der Baylor University, betont, deckt die Studie etwa 64 Prozent der Weltbevölkerung ab und wird fünf Jahre lang fortgesetzt, um langfristige Trends und Faktoren zu ermitteln, die die Lebensqualität beeinflussen.
- Ein Säckchen mit Ton kann Obst vor schnellem Verfaulen bewahren
- Nordisches Gehen trug dazu bei, die Symptome einer Depression zu lindern
- So schlafen Sie bei Hitze ohne Klimaanlage ein: 8 einfache Tipps
- Die Biologie des Alterns bei Hunden und Menschen hat sich als überraschend ähnlich erwiesen
- Warum ein langes Leben mehr Krankheiten mit sich bringt
- Kann ein Kind mit Asthma mit einer Katze leben: Was die Forschung zeigt
Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.













