Entenschnabel, Gift und Schlangeneier - und jetzt ein weiteres "Vogel"-Merkmal des Schnabeltiers

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Wissenschaftler haben beim Schnabeltier eine Besonderheit entdeckt, die andere Säugetiere nicht haben
18:00, 26.04.2026

Das Schnabeltier sieht bereits aus wie ein Tier, das aus verschiedenen Arten zusammengesetzt ist: Schnabel wie eine Ente, Schwanz wie ein Biber, Eier wie Reptilien und giftige Sporen bei den Männchen. Jetzt haben Wissenschaftler eine weitere Merkwürdigkeit entdeckt: Sie haben im Fell des Schnabeltiers Mikrostrukturen entdeckt, von denen man bisher annahm, sie seien charakteristisch für Vögel.



Und das Beste daran: Warum er sie braucht, weiß noch niemand so genau.

Details

Die Forscher untersuchten Melanosomen - winzige Strukturen in Zellen, die Melanin enthalten. Dieses Pigment ist für die Farbe von Haut, Fell, Haaren und Federn verantwortlich.

Bei Säugetieren sind diese Strukturen normalerweise fest. Bei Vögeln gibt es jedoch auch ungewöhnlichere Formen, darunter auch hohle. Sie können an der Entstehung leuchtender und schimmernder Farben beteiligt sein, wie z.B. bei Federn.

Als Wissenschaftler das Fell eines Schnabeltiers untersuchten, fanden sie etwas Unerwartetes: Seine Melanosomen waren hohl und kugelförmig. Diese Form war bisher bei keinem anderen Säugetier gefunden worden.

Die Forscher überprüften die Daten von anderen Tieren, darunter Schnabeligel, Beuteltiere, Nagetiere und Primaten. Aber sie fanden nichts Vergleichbares.

Gleichzeitig hat das Schnabeltier kein hell schillerndes Fell - es bleibt die übliche dunkelbraune Farbe. Daher glauben die Wissenschaftler, dass dieses Merkmal nicht mit der Färbung, sondern mit einer anderen Funktion zusammenhängt.

Warum es wichtig ist

Das Schnabeltier gilt seit langem als eines der ungewöhnlichsten Tiere der Erde. Es gehört zu den eierlegenden Säugetieren, kann die elektrischen Signale seiner Beute wahrnehmen und die Männchen haben giftige Sporne.

Die neue Entdeckung fügt dieser Liste ein weiteres Rätsel hinzu.

Sie zeigt, dass auch bekannte Tiere Eigenschaften haben können, die nicht in die üblichen Vorstellungen von Säugetieren passen. Das bedeutet, dass die Evolution des Schnabeltiers vielleicht noch ungewöhnlicher ist als gedacht.

Hintergrund

Als das erste ausgestopfte Exemplar des Schnabeltiers im 18. Jahrhundert nach Europa gebracht wurde, vermuteten einige Naturforscher eine Fälschung: Das Tier sah zu seltsam aus.

Seitdem hat das Schnabeltier die Biologen immer wieder überrascht. Eine neue Studie zeigt, dass sich seine Merkwürdigkeiten nicht auf das Aussehen beschränken - sogar die mikroskopische Struktur des Fells war ungewöhnlich.

Quelle

Die Studie ist in der Zeitschrift Biology Letters (2026) veröffentlicht. Die Wissenschaftler beschrieben einzigartige hohle kugelförmige Melanosomen im Fell des Schnabeltiers und fanden keine ähnlichen Strukturen bei anderen untersuchten Säugetieren.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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