Soziale Isolation beschleunigt den kognitiven Abbau im Alter

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Demenzprävention: Weniger Isolation hilft, Gedächtnis und Denkvermögen zu erhalten
Unsplash/CC0 Public Domain
22:00, 16.12.2025

Die Verringerung der sozialen Isolation kann das Gehirn im Alter schützen und den kognitiven Verfall verlangsamen, haben Wissenschaftler der Universität St. Andrews in Schottland herausgefunden.



Eine Studie , die in der Zeitschrift The Journals of Gerontology, Series B: Psychological Sciences and Social Sciences veröffentlicht wurde, hat einen direkten kausalen Zusammenhang festgestellt: Eine stärkere soziale Isolation führt zu einem schnelleren kognitiven Abbau im späteren Leben. Ein pathologischer Rückgang des Gedächtnisses und des Denkens wird am häufigsten mit der Alzheimer-Krankheit und anderen Demenzerkrankungen in Verbindung gebracht.

Die Autoren betonen eine wichtige Nuance: Der Effekt wurde unabhängig davon beobachtet , ob sich die Person als einsam empfand. Das heißt, dass die Isolation an und für sich die kognitive Gesundheit beeinträchtigt, auch wenn kein subjektives Gefühl der Einsamkeit besteht.

Isolation und Einsamkeit sind nicht dasselbe

Die Forscher trennen die beiden Konzepte voneinander. Soziale Isolation wird objektiv gemessen - z.B. wie gesellig eine Person ist, ob sie sozialen Organisationen angehört, ob sie an einer Gemeinschaft oder einer religiösen Gemeinde teilnimmt. Einsamkeit ist eine subjektive Einschätzung, wie oft sich eine Person einsam fühlt.

Obwohl oft angenommen wird, dass diese Phänomene miteinander verbunden sind, zeigen die Ergebnisse, dass sie unabhängige Auswirkungen auf diekognitiven Funktionen haben können.

Wie die Studie durchgeführt wurde

Ein Team der University of St Andrews analysierte zusammen mit Forschern des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (Deutschland) und der Emory University (USA) Daten aus dem Projekt American Health and Retirement Study.

Die Stichprobe umfasste mehr als 30.000 Personen und umfasste insgesamt 137.653 kognitive Tests, die zwischen 2004 und 2018 durchgeführt wurden. Die Modellierung zeigte ein konsistentes Muster: je höher die Isolation, desto schneller nimmt die kognitive Leistung ab.

Die Wissenschaftler stellen fest, dass die Verringerung der Isolation in fast allen Untergruppen eine schützende Wirkung hatte - unabhängig von Geschlecht, Ethnie, ethnischer Zugehörigkeit und Bildungsniveau. Die Unterschiede zwischen den sozialen Gruppen waren minimal.

Warum dies für die öffentliche Gesundheit wichtig ist

Das Interesse an den gesundheitlichen Auswirkungen von Isolation und Einsamkeit hat in den letzten Jahren stark zugenommen - vor allem bei Jugendlichen und älteren Menschen. Vor der COVID-19-Pandemie gab etwa ein Viertel der Menschen über 65 Jahren an, sozial isoliert zu sein, was die Besorgnis über die gesundheitlichen Auswirkungen verstärkte. Auch in mehreren Industrieländern wird Einsamkeit als ein großes Problem für die öffentliche Gesundheit genannt.

Die Autoren erinnern uns daran, dass die Alzheimer-Krankheit bereits Millionen von Menschen betrifft und es immer noch kein wirksames Heilmittel gibt, so dass die Prävention entscheidend ist. Laut der Hauptautorin Dr. Jo Hale sollte die Entwicklung einer "Infrastruktur" für regelmäßige Kommunikation - insbesondere für ältere Menschen, die keine Familie oder Freunde in der Nähe haben - eine Priorität für die öffentliche Gesundheit sein.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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