Der Asteroid, der die Dinosaurier tötete, erwärmte das Erdinnere für Millionen von Jahren
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Der Asteroid, der vor etwa 66 Millionen Jahren auf der Erde einschlug und mit dem Aussterben der Nicht-Vogel-Dinosaurier in Verbindung gebracht wird, verursachte nicht nur eine Katastrophe an der Oberfläche. Eine neue Studie zeigt, dass nach dem Einschlag über Millionen von Jahren ein heißes unterirdisches Wassersystem unter dem Chicxulub-Krater in Mexiko entstanden ist.
Es geht nicht darum, dass die Wissenschaftler dort uraltes Leben gefunden haben. Sie haben etwas anderes herausgefunden: Die Bedingungen unter dem Krater waren für eine sehr lange Zeit günstig für Mikroben. Heißes Gestein, Risse und Wasser bildeten zusammen ein hydrothermales System - einfach gesagt, ein unterirdisches Netz aus heißem Wasser, das durch das gespaltene Gestein floss.
Berechnungen und Gesteinsanalysen zufolge funktionierte dieses System mindestens etwa 8 Millionen Jahre lang. Das ist etwa viermal länger als frühere Schätzungen annahmen und die längste Zeit, die für einen Einschlagskrater auf der Erde dokumentiert wurde.
Details
Der Chicxulub-Krater entstand nach dem Einschlag eines großen Asteroiden in der Gegend der heutigen Halbinsel Yucatan. Der Krater selbst hat einen Durchmesser von etwa 200 Kilometern. Der Einschlag war so stark, dass er Gestein tief unter der Oberfläche schmolz und zermalmte.
Nach dem Einschlag begannen die heißen Felsen mit dem Wasser zu interagieren. Das Wasser wanderte durch die Risse, erhitzte sich und veränderte die Zusammensetzung der Mineralien. Solche Systeme werden als hydrothermale Systeme bezeichnet. Auf der Erde findet man sie zum Beispiel in der Nähe von Vulkanen und auf dem Grund der Ozeane. In ihnen können Mikroorganismen leben, die kein Sonnenlicht benötigen.
Um zu verstehen, wie lange ein solches System unter Chicxulub existierte, untersuchten Wissenschaftler Gesteinsproben aus dem Bohrkern M0077A. Dieser Kern wurde während einer internationalen Expedition zum Krater gewonnen. In den Gesteinen wurde kaliumhaltiger Feldspat gefunden - ein Mineral, das sich nach dem Einschlag gebildet hat, als heißes Wasser durch die Risse zirkulierte.
Das Alter der Mineralien wurde durch Argon-Argon-Datierung bestimmt. Sie hilft zu verstehen, wann ein Mineral gebildet oder durch Hitze verändert wurde. Die Datierung ergab eine Spanne von 66 bis 58 Millionen Jahren. Das gab den Wissenschaftlern ein Zeitfenster von etwa 8 Millionen Jahren nach dem Einschlag.
Die Forscher haben dann eine Computermodellierung durchgeführt. Sie zeigten, dass ein so langer Betrieb des unterirdischen Systems möglich ist, wenn das Gestein ausreichend zerklüftet und porös war und die Hitze des Einschlags lange Zeit gespeichert wurde. Dem Modell zufolge kam die Wasserbewegung nach etwa 8 Millionen Jahren fast zum Stillstand.
Einfach ausgedrückt: Der Asteroid hat das Innere stark aufgeheizt, wodurch das Gestein zerbrach und Wege für das Wasser eröffnet wurden, um nach unten zu fließen. Das Wasser zirkulierte, erwärmte sich und schuf unter dem Krater eine Umgebung, in der theoretisch Mikroben existieren könnten.
Warum das wichtig ist
Auf den ersten Blick geht es bei einem Asteroideneinschlag nur um Zerstörung. Aber für mikrobielles Leben können solche Ereignisse mehr sein als nur eine Katastrophe. Tief im Inneren können sie warme, geschützte Orte mit Wasser und Chemikalien schaffen.
Dies ist wichtig für das Verständnis der frühen Erde. In den ersten Epochen der Erdgeschichte traten große Einschläge häufiger auf als heute. Wenn ihnen langlebige heiße Systeme im Untergrund folgten, könnten dies Orte gewesen sein, an denen sich Leben erhalten hat oder an denen wichtige chemische Reaktionen stattfanden.
Aber die Schlussfolgerung muss vorsichtig formuliert werden. Die Wissenschaftler haben nicht bewiesen, dass unter dem Chicxulub tatsächlich Mikroben gelebt haben. Sie haben gezeigt, dass dort über lange Zeit Bedingungen herrschten, die für mikrobielles Leben geeignet gewesen sein könnten. In der Studie selbst weisen die Autoren ausdrücklich darauf hin, dass es schwierig ist, die mikrobielle Besiedlung alter Einschlagskrater zu beweisen.
Hintergrund
Hydrothermale Systeme interessieren Wissenschaftler schon seit langem, weil sie mit dem Ursprung und dem Überleben von Leben in Verbindung gebracht werden können. Es gibt Wärme, Wasser, Mineralien und chemische Reaktionen. Für einfache Organismen könnte das ausreichen.
Bisher war man davon ausgegangen, dass das System unter dem Chicxulub-Krater etwa 1,5 bis 2,3 Millionen Jahre lang bestanden haben könnte. Die neue Arbeit zeigt einen längeren Zeitraum - mindestens etwa 8 Millionen Jahre. Dies verändert die Vorstellung davon, wie lange Einschlagskrater potenziell bewohnbar bleiben können.
Es gibt auch einen kosmischen Kontext. Auf dem Mars, dem Mond und anderen Körpern des Sonnensystems gibt es viele Einschlagskrater. Wenn es dort in der Vergangenheit Wasser gab, könnten große Einschläge ähnlich heiße unterirdische Umgebungen geschaffen haben. Solche Krater könnten daher interessante Ziele für die Suche nach Spuren von altem Leben sein.
Quelle
Forschung: Annemarie E. Pickersgill und Co-Autoren, A long-lived impact-generated hydrothermal system at the Chicxulub impact structure, Communications Earth & Environment, 2026.
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Mykola Potyka verfügt über ein breites Spektrum an Kenntnissen und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Mykola schreibt auf interessante Weise über Dinge, die ihn interessieren.













